{"id":11386893,"date":"2012-07-15T00:00:00","date_gmt":"2012-07-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/alertdiver.eu\/unkategorisiert\/abenteuer-in-der-tiefe-dreihundert-meter-unter-dem-meer\/"},"modified":"2012-07-15T00:00:00","modified_gmt":"2012-07-14T22:00:00","slug":"abenteuer-in-der-tiefe-dreihundert-meter-unter-dem-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alertdiver.eu\/de_DE\/artikel\/abenteuer-in-der-tiefe-dreihundert-meter-unter-dem-meer\/","title":{"rendered":"Abenteuer in der Tiefe: Dreihundert Meter unter dem Meer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Viele von uns tr\u00e4umen davon die Tiefen der Ozeane auf sichere und bequeme Weise zu erforschen. Endlich ist es m\u00f6glich! F\u00fcr ein paar Dollar kannst du jetzt einen Tag lang Aquanaut spielen &#8211; in einem U-Boot, dass bisher nur Wissenschaftlern zug\u00e4nglich war. Wir waren auf Cura\u00e7ao und haben uns einen Traum erf\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&ldquo;Curasub an Oberfl\u00e4che. Erbitten Erlaubnis zu Tauchen&rdquo;, gibt die U-Boot-Pilotin Barbara van Bebber durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&ldquo;Oberfl\u00e4che an Curasub. Erlaubnis erteilt &ndash; viel Spa\u00df beim Tauchgang&rdquo;, so die unmittelbare Antwort aus den Lautsprechern des kleinen U-Bootes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Barbara l\u00e4sst etwas Luft aus den Ballasttanks und steuert das U-Boot aus dem Dock von Curasubs privatem, abgeschirmtem Hafen. Nur einige Meter entfernt f\u00e4llt das wundersch\u00f6ne Korallenriff in die Tiefe ab, und das Summen der elektrischen Propeller signalisiert den Start unserer Reise. Unsere K\u00f6rper sind angespannt vor Aufregung und Erwartung. Wir sind auf der Karibikinsel Cura\u00e7ao und auf dem Weg in die ewige Finsternis in 300 Metern Tiefe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rundfahrt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&ldquo;F\u00fcr euch machen wir heute eine besondere Rundfahrt&rdquo;, <\/em>sagt Barbara w\u00e4hrend sie das U-Boot mit einem Joystick in Richtung Drop-Off lenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vier Leute sind heute an Bord. Barbara van Bebber sitzt in der Mitte und f\u00fchrt das Boot und Bruce Brandt, auch Steuermann, sitzt hinten. Er ist nur zum Vergn\u00fcgen dabei. Der Fotograf Stein Johnsen und mein Wenigkeit sitzen vorne direkt an der gro\u00dfen Halbkugel aus Akrylglas, wo die Sicht am besten ist. Barbara kann leicht zwischen uns hindurch sehen, sie hat aber auch verschiedene Videoschirme und einen 360&deg; Sonar, die ihr bei der F\u00fchrung des U-Bootes helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&ldquo;Normalerweise gibt es einen Bootsf\u00fchrer und zwei Passagiere, aber manchmal haben wir auch f\u00fcnf Personen an Bord&rdquo;, <\/em>erkl\u00e4rt uns Barbara bevor sie ein Briefing zum Tauchgang macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&ldquo;Wir fahren das Korallenriff entlang Richtung Osten und schauen uns auf 45 Metern zwei Wracke an, dann geht es abw\u00e4rts auf 88 Meter, wo wir uns eine riesige F\u00e4chergorgonie anschauen. Anschlie\u00dfend lassen wir uns entlang einer 76 Meter tiefen Wand fallen, die bei 170 Metern beginnt. Am Fu\u00df der Wand sind wir dann bei 247 Metern. Von dort aus fahren wir dann in Richtung Westen bis wir in 300 Metern Tiefe sind. Das wird ein sch\u00f6ner Ausflug von zweieinhalb Stunden. Ich hoffe, ihr habt daran gedacht, vorher nochmal auf die Toilette zu gehen&rdquo;, <\/em>witzelt sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein letztes Winken vom Riff<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser erster Stopp ist bei 14 Metern, direkt au\u00dferhalb des Hafens von Substation. Der Unterwasserfotograf Barry Brown wartet dort auf uns &ndash; jeder der mit der Curasub abtaucht wird fotografiert und niemand verl\u00e4sst die Insel ohne einen USB-Stick mit vielen ganz besonderen Bildern im Gep\u00e4ck und einem coolen Zertifikat, das man sich zuhause an die Wand h\u00e4ngen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach ein paar Minuten ist Barry zufrieden mit seinen Bildern und winkt uns zum Abschied kurz zu. Barbara lenkt das U-Boot r\u00fcckw\u00e4rts vom Riff weg und l\u00e4sst mehr Luft aus den Ballasttanks. Los geht&rsquo;s.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&ldquo;Den Abstieg machen wir immer dem Riff zugewandt. So wissen wir immer wie weit wir davon entfernt sind und fahren nicht in irgendetwas rein&rdquo;<\/em>, erkl\u00e4rt sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie mag vielleicht wissen wieweit wir vom Riff entfernt sind, aber wir, die wir hier zum ersten Mal hinter der dicken Akrylglaskuppel sitzen, liegen mit unserer Sch\u00e4tzung ganz sch\u00f6n daneben. Wir gehen davon aus, dass wir gerade mal 3 Meter entfernt sind, aber Barbara sagt uns, sie h\u00e4lt eine Distanz von 14 Metern ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Schleppk\u00e4hne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Curasub ist jetzt Richtung Osten abgebogen und wir schweben entlang des Korallenriffes. Das Wasser zwischen uns und der Oberfl\u00e4che wird immer mehr. Ein komisches Gef\u00fchl, meine maximale Tiefe als Sporttaucher zu \u00fcberschreiten und dabei bequem auf einer Couch zu liegen. Der Druck in der Kabine ist konsequent bei 1 bar und w\u00fcrden wir nicht durch die Kuppel nach drau\u00dfen sehen, h\u00e4tten wir kaum ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, wie tief wir sind. Informationen dar\u00fcber, wo wir sind, wie tief und weitere Anzeigedaten der Instrumente werden regelm\u00e4\u00dfig an die Mitarbeiter an der Oberfl\u00e4che weitergegeben. Jede Nachricht wird best\u00e4tigt und die Einzelheiten werden irgendwo da oben in der Sonne im Logbuch festgehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&ldquo;Die Wracks habe eine wirklich einzigartige Geschichte. Der erste Schleppkahn sank 1987, genau dahin, wo er jetzt liegt. Der zweite sank dann vier Jahre sp\u00e4ter und sa\u00df erst mal in flacherem Wasser fest. Als der Hurrikan &ldquo;Brett&rdquo; die Insel 1993 traf, rutschte er das Riff hinunter und st\u00fcrzte tiefer. Beinahe landete er auf dem ersten Kahn. Zwei Wracks so nahe beieinander, das ist was Besonderes&rdquo;<\/em>, sagt Barbara und l\u00e4chelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In die Tiefe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wird die beiden Wracks fotografiert haben, geht es weiter in die Tiefe, wo wir uns auf unglaublichen 88 Metern unter der Oberfl\u00e4che eine drei Meter breite F\u00e4cherkoralle anschauen. Barbara bringt uns vorsichtig so nahe wie m\u00f6glich heran und bewegt das Flutlicht so, dass die wundersch\u00f6ne Farbe der Koralle zur Geltung kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir noch tiefer kommen, sind keine Korallen mehr zu sehen. Der Meeresgrund ist aus Vulkangestein und auch der Fischbestand wird sp\u00e4rlicher, je weiter wir vom Sonnenlicht entfernt sind. Bei 170 Metern gleiten wir langsam \u00fcber eine scharfe Kante. Darunter ist nichts als abgr\u00fcndige Tiefe &ndash; und wir steuern direkt darauf zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die riesige Felsmauer, die vor unserer Glaskuppel auftaucht, ist nicht von dieser Welt. Wir sind in einer D\u00e4mmerzone und als wir die 180 Meter erreichen, sehen wir \u00fcber uns nur noch ein leichtes blaues Schimmern. Trotzdem reicht das Licht immer noch aus, um den gr\u00f6\u00dften Teil der ehrfurchterweckenden 76 Meter in Richtung Oberfl\u00e4che ragenden Wand zu sehen. Die Wand ist \u00fcbers\u00e4t mit Rissen und Falten wie das Gesicht eines alten Mannes. Kaum zu glauben &ndash; wir haben noch nicht einmal das Flutlicht an!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei 306 Metern angekommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;Curasub an Oberfl\u00e4che. Wir sind jetzt auf dem Bergr\u00fccken. Tiefe 306 Meter&rdquo;, <\/em>sagt Barbara \u00fcber Sprechfunk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lautsprecher knacken leicht als die Oberfl\u00e4che antwortet. Die Verbindung ist nicht so gut wie noch weiter oben, aber gut genug, so dass Barbara ihren Statusbericht abliefern kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Fu\u00df einer riesigen Wand, bei der man den Eindruck hat sie verschwinde in den abfallenden Bodensedimenten, sind wir zum Halten gekommen. Die letzten gut 55 Meter des Abstiegs haben wir mit voller Flutlichtbeleuchtung gemacht. Der Tiefenmesser zeigt atemberaubende 306 Meter an. Die Au\u00dfentemperatur betr\u00e4gt jetzt nur noch 12&deg;C, aber selbst nach einer Stunde und vierzig Minuten Tauchzeit ist es uns im U-Boot angenehm warm und wir sitzen bequem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gedanke daran, wie es wohl w\u00e4re auf dieser Tiefe in einem riesigen &ldquo;Unterwasserhaus&rdquo; zu sitzen, hatte mich schon vor der Reise nach Cura\u00e7ao besch\u00e4ftigt. W\u00e4re es bequem, und viel wichtiger &ndash; w\u00fcrde ich mich sicher f\u00fchlen? Ich hatte bef\u00fcrchtet, ich w\u00fcrde Platzangst bekommen, aber jetzt, wo wir am Grund des Ozeans sitzen, f\u00fchlt es sich kein bisschen ungem\u00fctlich oder riskant an. Das U-Boot ist durch das renommierte Unternehmen Germanischer Lloyd f\u00fcr viel gr\u00f6\u00dfere Tiefen zugelassen und nach rund 500 Tauchg\u00e4ngen kennen die kompetenten U-Boot-Piloten die Gegend wie ihre Westentasche. Die Fahrt macht mir Spa\u00df und ich mache mir um nichts Gedanken au\u00dfer dar\u00fcber, wie ich am meisten von diesem Erlebnis mitnehmen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dieser Tiefe ist der Ozean \u00f6de und leblos im Vergleich zum wuselnden Leben, dass wir im flacheren Wasser sahen. Trotzdem tauchen ab und zu Kreaturen vor der Kuppel auf, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Barbara steuert uns ganz in die N\u00e4he des Berges, so dass wir Fische und Krebstiere sehen k\u00f6nnen, die nur hier in der Tiefe vorkommen. Pl\u00f6tzlich taucht ein Fisch auf, der uns irgendwie bekannt vorkommt &ndash; eine Mur\u00e4ne! Sie verh\u00e4lt sich merkw\u00fcrdig und sieht ein bisschen verwirrt aus, wie sie da mit Dingen zusammenst\u00f6\u00dft und versucht fortzuschwimmen. Vielleicht hat sie ja einen Tiefenrausch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ZuH r \u00e4lfte Wissenschaft , zuH r \u00e4lfte Tourismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir uns noch eine Weile bei rund 300 Metern aufgehalten haben, ist es Zeit, die R\u00fcckreise an die Oberfl\u00e4che anzutreten. Barbara dreht nach Westen ab und w\u00e4hrend das U-Boot vor sich hin summt, erz\u00e4hlt sie uns mehr \u00fcber die vielen Eins\u00e4tze des U-Bootes und die aufregenden Unternehmungen, die f\u00fcr die Zukunft geplant sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;Wir sind schnell bei 500 Tauchg\u00e4ngen gewesen. Das sind ganz sch\u00f6n viele f\u00fcr nur 18 Monate. Kein anderes Tiefsee-U-Boot wird so viel benutzt. Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der Tauchg\u00e4nge werden mit Touristen gemacht, die andere H\u00e4lfte bringt Wissenschaftler vieler verschiedener Nationen in die Tiefe. Wir lassen gerade ein 36m langes Forschungsschiff mit dem Namen &ldquo;Chapman&rdquo; umbauen, das dann als Mutterschiff dienen soll. Mit ihm k\u00f6nnen wir dann Wissenschaftler und Touristen zu Expeditionen in andere Gegenden bringen. Es wird bald fertig werden und dann k\u00f6nnen wir sowohl Tagesausfl\u00fcge als auch l\u00e4ngere Expeditionen durchf\u00fchren&ldquo;, erz\u00e4hlt uns Barbara.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sie erz\u00e4hlt wird es drau\u00dfen heller und sie macht die starken Scheinwerfer aus. Langsam kehren wir zur\u00fcck ins flache Wasser und die Temperatur nimmt sp\u00fcrbar zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;Manchmal wird es hier drin ein bisschen hei\u00df wenn wir zu lange auf Sporttaucher- Tiefe bleiben. Die Wassertemperatur betr\u00e4gt hier 28&deg;C. Die meisten unserer G\u00e4ste entscheiden sich f\u00fcr einen Standardtauchgang mit einer Maximaltiefe von 137 Metern. Dort unten sind es ungef\u00e4hr 22&deg;C und das ist ein bisschen angenehmer f\u00fcr uns hier drin&ldquo;, <\/em>sagt Barbara.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kondenswasser hat die Kabinenw\u00e4nde feucht gemacht, aber bis auf die paar Tr\u00f6pfchen auf meiner Stirn, war der Tauchgang ein sehr komfortables Erlebnis. Nach zwei Stunden und zweiundzwanzig Minuten sind wir zur\u00fcck an der Oberfl\u00e4che und sicher zur\u00fcck in der Substation Cura\u00e7ao Basis. Es war ein atemberaubender Tag und die Erinnerung daran wird zweifellos ein ganzes Leben halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Wrack der Stella Mares<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf 137 Metern, direkt au\u00dferhalb der Substation Basis liegt das Wrack der Stella Mares. Sie ist unser Hauptziel bei unserem zweiten Tauchgang mit der Curasub, und heute sitzt Michiel van der Huls hinterm Steuer. Michiel ist nicht nur ein U-Boot-Pilot &ndash; er ist Tauchmediziner, begeisterter Sporttaucher und au\u00dferdem noch ein richtig netter und beeindruckender Typ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;Unser anderthalbst\u00fcndiger Tauchgang f\u00fchrt uns zur Stella Mares. Dort werden wir die meiste Zeit verbringen. Das ist ein Standardtauchgang, den wir oft mit G\u00e4sten machen&rdquo;, <\/em>erz\u00e4hlt uns Michiel und fordert uns mit einer Armbewegung auf vorne durch die Kuppel zu schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf 128 Meter fahren wir \u00fcber absch\u00fcssigen Boden, als pl\u00f6tzlich etwas dunkles und unheimliches vor uns Gestalt annimmt. Hier ist sie, die Stella Mares, ein ehemaliges Frachtschiff, dass 1989 vom Zoll unter Arrest gestellt wurde nachdem man Unmengen illegaler Drogen an Bord fand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&bdquo;F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter war das Schiff ges\u00e4ubert und bereit, als k\u00fcnstliches Riff versenkt zu werden. Leider ging etwas schief und sie wurde zu tief f\u00fcr Sporttaucher versenkt&ldquo;,<\/em>erkl\u00e4rt Michiel .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er hat uns nahe an den Bug der Stella Mares man\u00f6vriert, die mit 90&deg; Schlagseite auf ihrer Steuerbordseite liegt. Das Wrack sieht klein aus, aber wieder einmal werden wir von der Optik der Glaskuppel get\u00e4uscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&ldquo;Kommt und schaut sie euch durch das flache Fenster \u00fcber mir an&rdquo;, <\/em>sagt Michiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich krieche in das hintere Ende des U-Boot und schaue durch das flache Beobachtungsfenster im Ein- und Ausgangsmast des Bootes. Zu meiner \u00dcberraschung ist das Wrack riesig! Durch das flache Fenster betrachtet und ohne die Verzerrung bekomme ich einen realistischen Eindruck der Gr\u00f6\u00dfe und Distanz. Die Stella Mares ist pl\u00f6tzlich ein &ldquo;gro\u00dfes Schiff&rdquo; und kein &ldquo;kleines Boot&rdquo; mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir folgen der Seite des Wracks bis zu seinem tieferen Ende. Ich bin wieder zur\u00fcck bei der Glaskuppel als Michiel am Heck des Wracks h\u00e4lt und das U-Boot dreht, so dass wir es uns von hier aus anschauen k\u00f6nnen. Das Flutlicht ist aus, aber wir k\u00f6nnen immer noch die volle L\u00e4nge des Wracks sehen &ndash; eines 73 Meter langen Schiffs! Die Sicht muss mindestens 90 Meter betragen und es ist ein wahrhaft atemberaubender Anblick.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>In Kombination mit Ger\u00e4tetauchen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bdquo;Pilot der Curasub zu sein ist ein Job, der richtig Spa\u00df macht und mich ausf\u00fcllt. Die meisten unserer G\u00e4ste sind nach dieser Erfahrung fast ekstatisch, ob sie nun Taucher sind oder nicht. Die meisten Taucher verbinden den U-Boot-Tauchgang mit Ger\u00e4tetauchg\u00e4ngen an den wundersch\u00f6nen Korallenriffen von Cura\u00e7ao&ldquo;, erz\u00e4hlt uns Michiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das machen wir nat\u00fcrlich auch und nachdem wir unseren zweiten und letzten Tauchgang mit der Curasub hinter uns haben, packen unsere Tauchausr\u00fcstung in einen Mietwagen. Ein paar gro\u00dfartige Tauchtage an Korallenriffen warten auf uns und obwohl die Anziehungskraft der Tiefe vermutlich dabei sein wird, freuen wir uns auf ein paar unvergessliche Tauchg\u00e4nge in flachem Wasser. Diese Kombination ist fast unschlagbar!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Infos zur Curasub und zu Cura\u00e7ao<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Substation Cura\u00e7ao wird seit rund anderthalb Jahren betrieben und feierte am 22. Dezember 2011 den 500. Tauchgang der Curasub.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Substation Cura\u00e7ao Basis ist ein Tochterunternehmen des Cura\u00e7ao Sea Aquarium, dort ist sie auch angesiedelt. Au\u00dfer zum Tauchen mit Touristen und Wissenschaftlern, wird das U-Boot auch dazu verwendet Tiefseefische f\u00fcr das Aquarium zu fangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Curasub ist f\u00fcr eine Tauchtiefe von 457 Meter zertifiziert, ist aber so konstruiert, dass sie auch einem Vielfachen des Drucks auf dieser Tiefe standh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innen ist der Druckk\u00f6rper der Curasub 116,8 cm breit und 264,1 cm lang. Die gro\u00dfe Akrylglaskuppel im vorderen Teil misst fast 101,6 cm im Durchmesser. Au\u00dferdem hat Curasub sechs kleinere Fenster, zwei auf jeder Seite und vier im Mast.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Druck im Inneren des U-Boots betr\u00e4gt immer 1 bar, genau wie an der Oberfl\u00e4che. Das Kohlenstoffdioxid wird wie in einem Rebreather durch einen Atemkalkbeh\u00e4lter gereinigt. Insgesamt stehen 480 Mannstunden Atemgas zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das U-Boot wird mit 20 Batterien und zwei au\u00dfenliegenden Zylindern elektrisch angetrieben. Die Antriebsenergie betr\u00e4gt 240V und treibt sechs Strahlruder (Propeller) an. Die Ballasttanks erzeugen rund 0,7 kg Auftriebskraft und die absto\u00dfbaren Bleigewichte noch einmal rund 0,9 kg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pilot steht mit der Crew an der Oberfl\u00e4che \u00fcber ein Zwei-Wege-Funksystem in Verbindung und die Curasub verf\u00fcgt \u00fcber mehrere Au\u00dfenkameras, die Live-Aufnahmen auf die Bildschirme des U-Bootpiloten senden. Die Curasub ist au\u00dferdem ausger\u00fcstet mit starken Flutlichtscheinwerfern, mit einem 360&deg; Sonar, sowie mit Roboterarmen mit Ansaugschl\u00e4uchen, die von den Wissenschaftlern und vom Aquarium zum Fangen von Fischen verwendet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Interessierte mit einem normalen Gesundheitszustand kann einen Tauchgang mit der Curasub machen. Eine medizinische Verzichtserkl\u00e4rung gibt es auf der Webseite der Substation Basis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ger\u00e4tetauchen auf Cura\u00e7ao<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Karibikinsel Cura\u00e7ao liegt n\u00f6rdlich von Venezuela, und ist seit jeher eines der Top-Tauchziele der Region. Die besten Tauchspots findet man am West Punt, rund eine Stunde Fahrt von der Hauptstadt Willemstad entfernt. An anderen Stellen ist das Tauchen eher durchschnittlich, aber West Punt und vor allem der Tauchspot Watamula haben uns wirklich beeindruckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele von uns tr\u00e4umen davon die Tiefen der Ozeane auf sichere und bequeme Weise zu erforschen. Endlich ist es m\u00f6glich! 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