{"id":11386903,"date":"2011-01-15T00:00:00","date_gmt":"2011-01-14T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/alertdiver.eu\/unkategorisiert\/der-einsatz-von-intraokularem-gas-in-der-augenchirurgie-und-dessen-auswirkungen-auf-das-sporttauchen\/"},"modified":"2011-01-15T00:00:00","modified_gmt":"2011-01-14T23:00:00","slug":"der-einsatz-von-intraokularem-gas-in-der-augenchirurgie-und-dessen-auswirkungen-auf-das-sporttauchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alertdiver.eu\/de_DE\/artikel\/der-einsatz-von-intraokularem-gas-in-der-augenchirurgie-und-dessen-auswirkungen-auf-das-sporttauchen\/","title":{"rendered":"DER EINSATZ VON INTRAOKULAREM GAS IN DER AUGENCHIRURGIE UND DESSEN AUSWIRKUNGEN AUF DAS SPORTTAUCHEN"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen beim Sporttauchen ist die Vermeidung von Unf\u00e4llen, die von sich im menschlichen K\u00f6rper befindlichen Gasen verursacht werden.<br \/>W\u00e4hrend es fast unm\u00f6glich ist, die Fl\u00fcssigkeiten in unserem K\u00f6rper zu komprimieren, reagieren Gase auf Unterschiede im Gewebedruck mit Ver\u00e4nderungen ihres Volumens. Mit steigendem Gewebedruck verlieren die Gase an Volumina und l\u00f6sen sich in der Regel in organischen Fl\u00fcssigkeiten auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit sinkendem Gewebedruck allerdings, nehmen die Gase an Volumina zu. In dieser Dekompressionsphase sind die Gase nun nicht mehr l\u00e4nger fl\u00fcssig, sondern bilden Blasen. Dies ist die Ursache der sogenannten &bdquo;Dekompressionskrankheit&ldquo;. Aber wo finden wir unter normalen Umst\u00e4nden Gase in unserem K\u00f6rper? Wie alle Sporttaucher wissen, befinden sich die Gase in der Lunge, den Atemwegen, im Mittelohr, in den Nasennebenh\u00f6hlen, im Darm usw. Es gibt aber auch ungew\u00f6hnliche Umst\u00e4nde bei denen Gase in Teilen des K\u00f6rpers zu finden sind, in denen normalerweise keine sein sollten. Abgesehen von einigen seltenen Krankheiten ist der Hauptverursacher dieser Gase iatrogen, d.h. durch \u00e4rztliche Behandlung ausgel\u00f6st.<br \/>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gase werden von \u00c4rzten f\u00fcr diagnostische und therapeutische Zwecke eingesetzt. In der Diagnostik werden Gase manchmal in der Radiologie benutzt, z.B. bei Darmuntersuchungen. F\u00fcr therapeutische Zwecke werden Gase bei chirurgischen Eingriffen eingesetzt, z.B. bei Unterleibsoperationen aber auch in der Gyn\u00e4kologie und der Augenheilkunde. In diesen F\u00e4llen kann das Gas, das nach der OP noch im K\u00f6rper ist, eine Einschr\u00e4nkung f\u00fcr den Sporttaucher bedeuten. Mit diesem Artikel m\u00f6chten wir uns den Einsatz von Gas bei Augenoperationen ansehen, mit einem besonderen Augenmerk auf die Netzhaut- und Glask\u00f6rperchirurgie, und deren Einfluss auf die H\u00e4ufigkeit der Aus\u00fcbung des Sporttauchens nach dem Eingriff. Um dies f\u00fcr alle Leser verst\u00e4ndlich darzustellen, werden wir mathematische Formeln vermeiden und physikalische Konzepte erkl\u00e4ren, da diese manchmal schwer zu verstehen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 1607 wurde zum ersten Mal eine Gasblase im Auge eines Tieres beobachtet. Robert Boyle baute eine Druckkammer, in welche er mehrere Tiere setzte. Als er eine Viper der Dekompression in seiner Kammer aussetzte, konnte er Gasblasen in deren Auge beobachten. Allerdings konnte er nicht erkl\u00e4ren, wie diese entstanden waren. Dieser Versuch war die erste im Labor erzeugte Dekompressionskrankheit in der Geschichte der Medizin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einsatz von Gasen bei chirurgischen Eingriffen am Auge ist allerdings erst seit Anfang des letzten Jahrhunderts \u00fcblich. Der erste Versuch intraven\u00f6ses Gas bei Netzhautabl\u00f6sung einzusetzen fand im Jahre 1909 statt. Das eingesetzte Gas war Luft. In der zweiten H\u00e4lfte des letzten Jahrhunderts, begannen Augenchirurgen Luft bei buckelchirurgischen Eingriffen zur Behandlung von Netzhautabl\u00f6sungen einzusetzen.<br \/>Sp\u00e4ter wurden pure langlebige Gase und Gasmischungen eingesetzt. Heute werden diese Gase bei Netzhaut- und Glask\u00f6rpereingriffen eingesetzt, vornehmlich bei pneumatischer Retinopexie und der Vitrektomie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Einsatz von Gasen in der Augenchirurgie heute<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei Eingriffen im vorderen Teil des Auges<\/strong>, besonders bei grauem und gr\u00fcnem Star wird als einziges Gas Luft benutzt.&nbsp; Der Einsatz von Gas bei diesen Operationen ist heutzutage eher selten, da andere viskoelastische Substanzen Luft ersetzt haben, zumindest in der modernen Chirurgie. Das Gas wird in diesen F\u00e4llen dazu benutzt um Platz zu erzeugen und ist ein Mittel um die Teile des Auges zu trennen, an welchen operiert werden muss. Da die Menge von Luft, die in der vorderen Kammer eingesetzt wird sehr gering ist, wird das Gas in ein bis zwei Tagen wieder absorbiert und stellt daher kein Problem f\u00fcr Patienten dar, die, nachdem die Operationswunde verheilt ist, tauchen gehen wollen. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass selbst wenn sich kein Gas mehr im Auge befindet, es immer noch empfehlenswert ist, mindestens zwei Monate lang nach dem Eingriff zu warten bevor man wieder tauchen geht, um Infektionen oder ein Aufrei\u00dfen der Wunde zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei Eingriffen im hinteren Teil des Auges<br \/><\/strong>Langlebige Gase im Auge k\u00f6nnen ernsthafte Probleme f\u00fcr die Patienten darstellen, die zu schnell wieder tauchen gehen. Diese Gase werden in der Netzhaut-und Glask\u00f6rperchirurgie eingesetzt, besonders bei Eingriffen zur Behandlung von Netzhautabl\u00f6sung oder Makuladegeneration. In diesen F\u00e4llen wird das Gas nicht dazu benutzt um &bdquo;Platz zu schaffen&ldquo; oder einzelne Teile des Auges besser erreichen zu k\u00f6nnen (was nat\u00fcrlich dann aber dazu f\u00fchrt, dass diese schwieriger zu identifizieren sind), sondern als Tamponade. Das bedeutet, dass das Gas gegen die abgel\u00f6ste Netzhaut dr\u00fcckt, um diese wieder in ihre normale Position an der Augenwand zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Um dies besser verstehen zu k\u00f6nnen, stellen wir uns das Auge als einen Raum vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die W\u00e4nde des Raumes sind mit Tapete verkleidet. Ein Riss in dieser Tapete ist der beste Vergleich f\u00fcr einen Netzhautriss. Wenn die Tapete gerissen ist, kann Feuchtigkeit durch sie hindurch dringen und den Rest der Tapete abl\u00f6sen. Die Ursache f\u00fcr Netzhautrisse kann eine hintere Abl\u00f6sung des Glask\u00f6rpers sein. Dies ist ein Zustand, der meistens eintritt nachdem ein bestimmtes Alter \u00fcberschritten ist. Diese komplexen Gegebenheiten werden an dieser Stelle nicht n\u00e4her erl\u00e4utert. Es sollte allerdings noch gesagt werden, dass dieser Zustand in manchen F\u00e4llen dazu f\u00fchrt, dass die Netzhaut rei\u00dft. Dies kann dann wiederum zu schweren oder weniger schweren Netzhautabl\u00f6sungen f\u00fchren. In den meisten F\u00e4llen zieht ein Netzhautriss nicht gleich eine Netzhautabl\u00f6sung nach sich. Viele dieser Risse k\u00f6nnen allerdings mit einer Lasertherapie behandelt werden, sollte der Augenchirurg entscheiden, dass diese gef\u00e4hrlich sind und eine Netzhautabl\u00f6sung ausl\u00f6sen k\u00f6nnten (<a href=\"#fig._1\">Abbildung 1 und 2<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere Netzhautkrankheiten, welche eine Veranlagung f\u00fcr Risse in der Netzhaut darstellen, k\u00f6nnen mit einer Lasertherapie behandelt werden. Wenn der Riss zu einer Abl\u00f6sung der Netzhaut f\u00fchrt, bildet sich eine Fl\u00fcssigkeit zwischen der Netzhaut und der Augenwand, welche den normalen Stoffwechsel zwischen der Netzhaut und der Aderhaut, welche reich an Blutgef\u00e4\u00dfen ist und so die Nahrung f\u00fcr die Nervenzellen in der Netzhaut liefert, verhindert. Sollte diese Abl\u00f6sung nicht behandelt werden, weitet sie sich meistens auf die ganze Netzhaut aus und f\u00fchrt zu Blindheit. Das Ziel des chirurgischen Eingriffes ist es, die Risse in der Netzhaut zu schlie\u00dfen und daf\u00fcr zu sorgen, dass die sich unter der Netzhaut befindliche Fl\u00fcssigkeit wieder absorbiert werden kann. Der Netzhautriss kann durch sogenannte sklerale Plomben geschlossen werden. Bei diesem Vorgang wird ein eindellendes Element (normalerweise aus Schwamm- oder Silikongummi) auf der externen Augenwand positioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wird die Augenwand von au\u00dfen gegen die Netzhaut gepresst und die L\u00fccke somit funktionsf\u00e4hig verschlossen. Allerdings kann ein Schlie\u00dfen des Netzhautrisses auch von innen mit einer Vitrektomie erreicht werden. Bei diesem Vorgang wird der Glask\u00f6rper mit dem geeigneten Werkzeug entfernt und es wird eine Tamponade eingef\u00fchrt (in Form von Gas oder Fl\u00fcssigkeit) welche die Netzhaut von innen gegen die Augenwand dr\u00fcckt und so den Riss schlie\u00dft und die Resorption der Fl\u00fcssigkeit unter der Netzhaut erm\u00f6glicht. Der Fortschritt in den Operationstechniken bei Netzhautabl\u00f6sung hat zu einer Zunahme im Einsatz von Gas bei chirurgischen Eingriffen gef\u00fchrt. <br \/>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einigen ausgew\u00e4hlten F\u00e4llen haben Chirurgen im Laufe der letzten Jahre begonnen einen minimal invasiven Eingriff (pneumatische Retinopexie) durchzuf\u00fchren. Bei diesem Eingriff wird Gas in das Auge injiziert und danach der Riss (die Ursache der Netzhautabl\u00f6sung) mit einem Laser behoben.&nbsp; So wird die Netzhautabl\u00f6sung ohne den Einsatz von chirurgischen Werkzeugen behandelt, sondern nur mit der Injektion von Gas, welches die Netzhaut gegen die Augenwand dr\u00fcckt und sie so wieder anlegt. Die Gasblase, die so eingef\u00fchrt wird, &bdquo;gleitet&ldquo; normalerweise, d.h. sie setzt sich im oberen Teil des Auges fest (siehe <a href=\"#fig._2\">Abbildung 2<\/a>). Wenn der Patient liegt, so dr\u00fcckt die Blase gegen die Linse. Wenn der Patient aufrecht steht oder sitzt, dann presst er die Netzhaut vom oberen Teil des Auges zusammen. Deshalb ist es n\u00f6tig, dass der Patient in den ersten 24-36 Stunden nach der Operationen in der vom Chirurg angeordneten Position verweilt, damit die Gasblase genau auf das Netzhautloch dr\u00fcckt, von der die Abhebung ausgeht. Normalerweise wird das, in das Auge injizierte, Gas innerhalb eines Monats komplett vom Augengewebe absorbiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie lange das Gas nach dem Eingriff im Auge bleibt<br \/><\/strong>Nicht alle Gase bleiben gleich lange im Auge.<br \/>Nach der Einbringung ins Auge ver\u00e4ndert sich das Volumen von Luft anfangs nicht, w\u00e4hrend andere Gase wie Schwefelhexafluorid und Perfluorcarbone sich meistens in den ersten Tagen nach dem Eingriff ausbreiten und an Volumina zunehmen, um dann allm\u00e4hlich wieder absorbiert zu werden. Wenn eine anf\u00e4ngliche Ausbreitung des Gases nicht von N\u00f6ten ist, wird eine Gasmischung mit Luft in das Auge injiziert, und keine puren Gase. Dies dient dazu eine anf\u00e4ngliche Ausdehnung des Auges zu vermeiden.&nbsp; Egal ob es sich nun um pure Gase oder Gasmischungen handelt, das Gas wird nach ein paar Tagen vom Gewebe absorbiert und die Blase im Auge schrumpft. Die Gesamtzeit, welche das Gewebe ben\u00f6tigt, um die Blase komplett zu absorbieren, ist von Gas zu Gas unterschiedlich. In manchen F\u00e4llen muss die Netzhaut drei bis vier Wochen lang nach dem Eingriff tamponiert werden. Normalerweise werden alle Gase aber nach ungef\u00e4hr einem Monat vom Augengewebe absorbiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Augeninnendruck<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Augeninnendruck wird normalerweise von einem Augenspezialist mit Hilfe eines Tonometers gemessen. Dieser Augeninnendruck (welchen man besser als relativen Augeninnendruck bezeichnen sollte) berechnet sich aus der Differenz zwischen dem absoluten Druck im Auge und dem absoluten Luftdruck. Ein Druck zwischen 10 und 20mm Hg wird als normal angesehen. Der absolute Druck im Auge ist normalerweise 10 bis 20mm Hg h\u00f6her als der Druck der absoluten Umgebungsluft. Wenn Gas in einem Operationssaal in das Auge injiziert wird, stabilisiert sich der Druck nach einem anf\u00e4nglichen Anstieg von einigen Stunden und kehrt dann zur\u00fcck auf 10-20mm Hg, da der Gasaustausch zwischen der Blase und dem Augengewebe eher langsam ist. Wenn sich eine Gasblase im Auge befindet, k\u00f6nnen schnelle Ver\u00e4nderungen im Au\u00dfendruck (z.B. beim Tauchen oder Fliegen) zu Schwankungen des Augeninnendrucks f\u00fchren. In der Tat kann die Gasblase nicht durch das Auge &bdquo;durchsickern&ldquo; oder vom Gewebe schnell genug aufgenommen werden. Wie oben erw\u00e4hnt ergibt sich der Augeninnendruck durch die Differenz zwischen absolutem Druck im Auge und dem absoluten Au\u00dfendruck. Deshalb nimmt, in Anwesenheit einer Gasblase, der Augeninnendruck zu, wenn der Au\u00dfendruck abnimmt (beim Fliegen zum Beispiel).<br \/>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn in Anwesenheit einer Gasblase der Au\u00dfendruck zunimmt, wie zum Beispiel beim Tauchen, dann nimmt der Augeninnendruck ab. Eine Erh\u00f6hung des Augeninnendrucks ist gef\u00e4hrlich auf Grund des Schadens, welche die sich ausbreitende Gasblase im inneren Auge anrichten kann, wenn sie sich ausdehnt. Eine Abnahme des Augeninnendrucks ist auch gef\u00e4hrlich auf Grund des Drucks welchen das Gewebe um das Auge auf den Augapfel (der dann schlaff wird) aus\u00fcbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Intraokulares Gas und Sporttauchen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellen Sie sich vor man taucht mit ungesch\u00fctzten Augen oder mit Kontaktlinsen aber ohne Tauchermaske. W\u00e4hrend des Abtauchens gelangt der Au\u00dfendruck des Wassers durch das Augengewebe. In diesem Fall stimmt der Wasserau\u00dfendruck mit dem Innendruck in allen Teilen des Auges \u00fcberein. Der Augeninnendruck (relativ), wie oben definiert, bleibt normalerweise stabil. Der absolute Druck im Auge nimmt allerdings zu, verglichen mit dem Druck an der Wasseroberfl\u00e4che.&nbsp; Der \u00dcberdruck f\u00fchrt zu einer Abnahme des Volumens der Gasblase, welche vor dem Tauchen schrittweise in das Auge eingef\u00fchrt wurde, und f\u00fchrt dann zum Kollaps der Augenwand und kann eine potentielle Gefahr f\u00fcr die inneren Teile des Auges bedeuten. In Wirklichkeit tragen Taucher normalerweise eine Maske, die mit Luft gef\u00fcllt ist. Es ist deshalb schwierig den Druck auf Grund dieser Luftblase genau zu bestimmen. Die \u00dcbergangsstelle zwischen der Luft und dem Gesicht des Tauchers ist der wichtigste Punkt f\u00fcr die Druckmesskurve. Wenn der Druck in dem Luftraum vor den Augen des Tauchers nicht mit der &bdquo;Maskendruckkompensation&ldquo; zunimmt, wird der Luftdruck in der Maske geringer als der au\u00dferhalb des Wassers. Die Folge ist eine Sogwirkung, das sogenannte Maskenbarotrauma. Das Gewebe im Auge und im Gesicht mit einem h\u00f6heren Druck als der in der Maske, wird durch den Druck in die Maske selbst gesogen.<br \/>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Ph\u00e4nomen wird in der Fachsprache als Maskenbarotrauma bezeichnet. Die Folge ist eine Deformation und eine Verschiebung des Augengewebes in das Innere der Maske, ein \u00d6dem im Gewebe und manchmal Blutungen. In der Tat wird beim Abtauchen die Differenz zwischen dem Druck in den Blutgef\u00e4\u00dfen und dem interstitiellen Gewebe und dem Luftdruck in der Maske gr\u00f6\u00dfer, im Vergleich zu den Verh\u00e4ltnissen an der Wasseroberfl\u00e4che. Deshalb verursachen Tauchunf\u00e4lle, bei denen Druck in der Maske nicht richtig ausgeglichen wird, Sch\u00e4den am Auge und verursachen Schmerzen und subkonjunktivale Blutungen. Zum Gl\u00fcck sind Sch\u00e4den am und Blutungen im Auge eher selten. Bei einem Unterwassertaucher, der eine Gasblase in seinem Auge hat, nimmt das Gas, falls der Druck in der Maske gleich dem Au\u00dfendruck des Wassers ist, an Volumina ab und das Auge kann zusammenfallen, wie in dem Beispiel des ungesch\u00fctzten Auges unter Wasser.<br \/>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Druckschwankungen in der Maske, wie auch im Au\u00dfendruck des Wassers, k\u00f6nnen eine Ver\u00e4nderung des Gasvolumens innerhalb des Auges nach sich ziehen. Bei einem Maskenbarotrauma kann der Druck in der Maske, der niedriger ist als der im Wasser (und so auch als der im Auge), zu einer Zunahme an Volumen der Gasblase im Auge f\u00fchren. Dies kann den Augapfel auseinanderziehen und ein Verschieben der Linse und anderer Teile des Auges nach vorne nach sich ziehen. Umgekehrt ist dies nicht m\u00f6glich, da, wenn der Druck in der Maske h\u00f6her ist als der des Wassers (und deshalb auch des Auges), es zu einem Austreten von Luft aus der Maske und so zu einem Wiederausgleich des Drucks innerhalb der Maske kommt, welcher dann wieder dem au\u00dferhalb der Maske gleicht. Im Angesicht dieser physikalischen und physischen Hintergr\u00fcnde ist es empfehlenswert nicht zu tauchen so lange das Gas sich nach einem chirurgischen Eingriff im Auge befindet. Diese Empfehlung ist auch auf der Packungsbeilage der Gasflaschen zu lesen, welche w\u00e4hrend des Eingriffes benutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fliegen mit Gas im Auge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sporttaucher legen oft lange Strecken zur\u00fcck, um abgelegene Tauchgebiete zu erreichen. Fliegen ist gef\u00e4hrlich f\u00fcr das Auge, wenn sich Gas im Augeninneren befindet. Luftdruck im Passagierraum von Flugzeugen gleicht normalerweise dem Umgebungsdruck von Bergen mit einer H\u00f6he von 1500 Metern \u00fcber dem Meeresspiegel. Der absolute Augeninnendruck, wie oben definiert, bleibt normalerweise stabil. Der relative Augeninnendruck (d.h. Im Vergleich zum Au\u00dfendruck) nimmt zu, verglichen mit dem Druck am Abflugsort (nat\u00fcrlich nur, wenn der Flughafen unter einer H\u00f6he von 1500m \u00fcber dem Meeresspiegel liegt).<br \/>An Bord eines Flugzeugs f\u00fchrt dies zu einer Ausdehnung der Gasblase, die in das Auge bei Raumdruck (in einem Operationssaal) eingef\u00fchrt wurde, einem Druck, der normalerweise dem gleichkommt, der auf Meeresh\u00f6he herrscht und daher h\u00f6her ist. Die so ausgedehnte Gasblase kann zu Sch\u00e4den am Auge f\u00fchren, z.B. zum Verschieben und Zusammenpressen des Gewebes. Deshalb sollten Flugreisen vermieden werden, wenn man eine Gasblase im Auge hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Auswirkungen auf das Sporttauchen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Laser treatment for retinal breaks.<\/strong><br \/>Taucher fragen oft nach mehr Informationen \u00fcber diese Behandlung. In manchen F\u00e4llen wird bei diesem Eingriff Gas in das Auge injiziert (pneumatische Retinopexie). Dieser Eingriff wird weiter unten noch genauer untersucht. In den meisten F\u00e4llen allerdings wird eine Laserbehandlung ohne das Einf\u00fchren von Gas durchgef\u00fchrt. Dies ist dann eine prophylaktische Behandlung von Netzhautrissen, welche ausgef\u00fchrt wird, um das Auftreten einer Netzhautabl\u00f6sung zu verhindern. In manchen F\u00e4llen kann eine kleine lokale Abhebung durch eine Laserbehandlung abgegrenzt werden, um die Ausbreitung auf andere Teile der Netzhaut zu vermeiden und so einen gr\u00f6\u00dferen Schaden zu verhindern.<br \/>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei manchen chirurgischen Eingriffen zur Behandlung von Netzhautabl\u00f6sungen wird die Laserbehandlung durchgef\u00fchrt, nachdem die Netzhaut bereits durch Eingriffe auf der \u00e4u\u00dferen Augenhaut oder am hinteren Teil des Auges (Vitrektomie oder pneumatische Retinopexie) angelegt wurde. Alle Laserbehandlungen bestehen darin, dass die Netzhaut durch ein Mikroskop verbrannt wird. Wenn die Netzhaut dann vernarbt, wird ein Durchdringen von Fl\u00fcssigkeit aus dem Glask\u00f6rper in den unter der Netzhaut liegenden Bereich verhindert. F\u00fcr das Tauchen besteht nach einer Laserbehandlung von Netzhautrissen oder Netzhautabl\u00f6sung keine Einschr\u00e4nkung, wenn kein Gas eingesetzt wurde. Nat\u00fcrlich sollte man ein Augentrauma oder anstrengende T\u00e4tigkeiten drei Wochen lang nach dem Eingriff vermeiden bis die Narben verheilt sind. Ein Maskenbarotrauma sollte w\u00e4hrend des Tauchens auch unbedingt vermieden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Chirurgische Eingriffe bei grauem Star, pneumatische Retinopexie, Vitrektomie und Eingriffe auf der \u00e4u\u00dferen Augenhaut bei Netzhautabl\u00f6sung<\/strong>.<br \/>Als Vorbeugung sollte man ungef\u00e4hr zwei Monate nach dem chirurgischen Eingriff weder tauchen noch fliegen. Diese Zeitspanne bietet dem Augengewebe genug Zeit, um das Gas, das w\u00e4hrend der Operation eingesetzt wurde, zu absorbieren. Tauchen und Fliegen kann unter Umst\u00e4nden auch schon fr\u00fcher nach der Entwarnung eines Augenspezialisten erlaubt werden, sollte w\u00e4hrend der Operation kein Gas eingesetzt worden sein. Falls Gas injiziert wurde, kann der Spezialist nachsehen um sicher zu gehen, dass sich kein Gas mehr im Auge befindet und die Operationswunde komplett verheilt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<table width=\"571\" height=\"213\" cellspacing=\"10\" cellpadding=\"10\" border=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\"><a name=\"fig._1\">Abbildung 1<\/a><\/td>\n<td style=\"text-align: justify;\"><a name=\"fig._2\">Abbildung 2<\/a><\/td>\n<td style=\"text-align: justify;\">Abbildung 3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"193\" height=\"191\" alt=\"\" src=\"\/image\/image_gallery?uuid=939f91e9-d49c-45af-8e70-aa7a7c245b94&amp;groupId=4582962&amp;t=1351673510546\" \/><\/td>\n<td style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"187\" height=\"191\" alt=\"\" src=\"\/image\/image_gallery?uuid=7af0b68b-75ab-4f6a-804f-2bf5c7e10685&amp;groupId=4582962&amp;t=1351673645723\" \/><\/td>\n<td style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"181\" height=\"191\" alt=\"\" src=\"\/image\/image_gallery?uuid=73b96550-fb2b-4c2f-a3e4-3900b4297a67&amp;groupId=4582962&amp;t=1351673510549\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Danksagung<\/strong><\/p>\n<p>Besonders m\u00f6chten wir uns bei Diego Dick, Giorgio Orlandelli und Dr. Paolo Perosa des Cala Lunga Tauchcenters in La Maddalena f\u00fcr Ihre Hilfe bei der Zusammenstellung dieses Artikels bedanken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen beim Sporttauchen ist die Vermeidung von Unf\u00e4llen, die von sich im menschlichen K\u00f6rper befindlichen Gasen verursacht werden.W\u00e4hrend es fast unm\u00f6glich ist,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11373777,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[389],"tags":[],"authors":[563],"class_list":["post-11386903","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","authors-a-palumbo-de_de"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.2 - 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