{"id":11386920,"date":"2010-07-15T00:00:00","date_gmt":"2010-07-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/alertdiver.eu\/unkategorisiert\/stacheln-bisse-kratzer-einstiche\/"},"modified":"2010-07-15T00:00:00","modified_gmt":"2010-07-14T22:00:00","slug":"stacheln-bisse-kratzer-einstiche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alertdiver.eu\/de_DE\/artikel\/stacheln-bisse-kratzer-einstiche\/","title":{"rendered":"Stacheln, Bisse, Kratzer &#038; Einstiche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Jedes Jahr rufen Taucher, Nichttaucher und medizinische Fachkr&auml;fte bei der medizinischen Fachabteilung von DAN an und fragen nach, wie man Personen mit Verletzungen durch Meereslebewesen versorgen sollte. Die eher exotischen Organismen sind gut dokumentiert, die meisten Wirrungen gibt es bei eher allt&auml;glichen Verletzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein DAN-Mitglied fragte beispielsweise um Rat, nachdem er mit den Stacheln eines Seeigels in Ber&uuml;hrung gekommen war, einer h&auml;ufig vorkommenden Verletzung durch Meerestiere. &ldquo;Wenn ich von einem Blauring-Oktopus gebissen worden w&auml;re, h&auml;tte ich eher gewusst, was zu tun ist, aber bei dieser Verletzung brauche ich Ratschl&auml;ge.&rdquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen Sie uns vor diesem Hintergrund einige der eher h&auml;ufig vorkommenden Verletzungen durch Meerestiere besprechen und wie man mit diesen umgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wundversorgung<\/strong><br \/>Beginnen wir mit der elementaren Wundversorgung. Jeder Riss in der Haut, besonders wenn er so tief geht, dass es blutet, kann eine Infektion entstehen lassen. Das Milieu des Meerwassers kann dazu f&uuml;hren, dass selbst einfache Wunden mit relativ unbekannten Erregern (Viren, Mikroorganismen und andere, Krankheiten hervorrufende Substanzen) infiziert werden, und viele Wunden k&ouml;nnen sehr schnell infiziert werden, abh&auml;ngig davon, welche K&ouml;rperregion betroffen ist und wo auf dem Erdball Sie sich die Verletzung zugezogen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sauber machen &#8230;<br \/><\/strong>Richtiges S&auml;ubern einer jeden Wunde ist von grundlegender Bedeutung. Um eine gegenseitige Kontaminierung zu verhindern, empfehlen Experten, sich generell mindestens 15 Sekunden lang die H&auml;nde zu waschen, wenn man von einem Patienten zum n&auml;chsten wechselt. Und bei der Ersten Hilfe f&uuml;r Taucher, die Verletzungen der Haut davongetragen haben, ist diese Mindestdauer durchaus angemessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine einfach zu merkende Technik f&uuml;r die Zeitmessung: Waschen Sie Ihre H&auml;nde so lange, wie Sie ben&ouml;tigen, um das &lsquo;ABC&rsquo;-Kinderlied oder das Lied &lsquo;Happy Birthday&rsquo; zu singen. Versuchen Sie es selbst und messen Sie, wie lange Sie f&uuml;r eine Strophe dieser Lieder brauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gr&ouml;&szlig;ere Wunden ben&ouml;tigen nat&uuml;rlich etwas mehr Zeit, bis sie ausreichend ges&auml;ubert sind. Wie lange dies im Einzelfall dauert, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden, den m&ouml;glichen Kontaminierungsquellen, der Gr&ouml;&szlig;e der Wunde und der F&auml;higkeit der betroffenen Person, die S&auml;uberungsprozedur auszuhalten, ab. Wenn man die verletzen Personen ihre Wunden selber s&auml;ubern l&auml;sst, kann dies zu besseren Ergebnissen f&uuml;hren; das muss aber nicht immer so sein. Bedenken Sie aber in jedem Fall, dass die Gr&uuml;ndlichkeit der Erstversorgung gro&szlig;en Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und die endg&uuml;ltige Heilung der Verletzung hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&hellip;oder Ruhigstellen und den Verletzten dem Rettungsdienst &uuml;bergeben &ndash; sobald wie m&ouml;glich<\/strong><br \/>So wichtig das erste S&auml;ubern einer Wunde sein mag, die Versorgung bestimmter Wunden &uuml;berl&auml;sst man besser den professionellen Rettungskr&auml;ften. Jemand, der es zwar gut meint, aber unerfahren in der S&auml;uberung von Wunden ist, k&ouml;nnte die Verletzungen nur noch ernster machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den vor Ort nur schwer zu versorgenden Verletzungen geh&ouml;ren offene Br&uuml;che (bei denen Knochen durch die Haut gedrungen sind) sowie Verletzungen an Gef&auml;&szlig;en, Sehnen oder Nerven. Es erfordert zudem ein gesundes Urteilsverm&ouml;gen, um entscheiden zu k&ouml;nnen, ob es nicht einfach besser ist, nur zu schienen und den Verletzten abholen zu lassen, als eine unkontrollierte Blutung oder eine bleibende neurologische Sch&auml;digung durch eine nicht so fachgerechte S&auml;uberungsaktion zu riskieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auf Schock &uuml;berpr&uuml;fen<\/strong><br \/>Beobachten Sie Personen mit einer Verletzung durch Meereslebewesen immer auf Anzeichen f&uuml;r einen Schock, eine allergische Reaktion (Nesselausschlag, Juckreiz, Schwellungen) oder eine Anaphylaxie (siehe Textkasten; eine ernste und m&ouml;glicherweise lebensbedrohliche allergische Reaktion).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ein anaphylaktischer Schock eintritt, sollten Sie m&ouml;glichst Sauerstoff verabreichen, unverz&uuml;glich professionelle Reanimationskr&auml;fte herbeirufen und den Verletzten mit dem Rettungsdienst zur n&auml;chsten Notaufnahme bringen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gifteinwirkungdurch Meereslebewesen<\/strong><br \/>Uns erreichen oft Anrufe von Personen, die nach dem Kontakt mit nicht identifizierten Meereslebewesen unter Juckreiz, Brennen oder R&ouml;tungen der Haut leiden. Normalerweise verschwinden die Symptome nach ein oder zwei Tagen, aber manchmal kommen sie unvermittelt zur&uuml;ck. Dies kann zwei, aber auch f&uuml;nf Tage nach dem urspr&uuml;nglichen Kontakt geschehen, und die erneut auftretenden Symptome k&ouml;nnen schlimmer als beim ersten Auftreten ausfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser DAN-Facharzt, vom Vorstand akkreditierter Dermatologe, Tauchmediziner und Taucher, Dr. Bruce Miller, bezeichnet dies als &lsquo;verz&ouml;gerte &Uuml;berempfindlichkeitsreaktion&rsquo; bzw. Reaktion auf einen Giftstoff. Anders als bei einer systemischen (den gesamten K&ouml;rper betreffenden) allergischen Reaktion, die m&ouml;glicherweise gr&ouml;&szlig;ere Hautbereiche oder andere Organe betrifft, beschr&auml;nkt sich die verz&ouml;gerte Reaktion eher auf den Bereich der Verletzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&ldquo;Wenn diese verz&ouml;gerte Reaktion einmal auftritt,&rdquo; erkl&auml;rte Miller, &ldquo;kann eine lokal applizierte Hydrokortisonsalbe (oftmals Bestandteil der standardm&auml;&szlig;igen Erstversorgung) nur wenig oder gar nichts ausrichten. Man sollte in diesem Fall den Rat eines Arztes einholen, denn m&ouml;glicherweise f&uuml;r sind zur Behandlung oral einzunehmende Steroide erforderlich.&rdquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese verz&ouml;gerte Reaktion m&uuml;ssen Sie sich &auml;hnlich einem schweren Fall von Hautreizung durch Gifteiche [stark reizende, in Nordamerika verbreitete Pflanze] vorstellen. Miller erkl&auml;rte: &ldquo;Ohne eine angemessene Behandlung k&ouml;nnen die Symptome wochenlang, wenn nicht l&auml;nger anhalten. Wichtig ist, die Verletzung von einem Arzt untersuchen zu lassen, um auszuschlie&szlig;en, dass bei zu stark aufgerissener Haut sekund&auml;re Infektionen auftreten.&rdquo;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vermeiden Sie den Kontakt wann immer m&ouml;glich<\/strong><br \/>Wie man uns schon immer gesagt hat, besteht die beste Ma&szlig;nahme gegen Verletzungen durch Meereslebewesen darin, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Aber das ist nicht immer so einfach. Schwere D&uuml;nung, ungeschickte Tauchpartner, nicht gerade neutrale Tarierung sowie weitere Faktoren k&ouml;nnen zu ungewollten Kontakten f&uuml;hren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie auch immer die Umst&auml;nde gelagert sein m&ouml;gen, das Ergebnis bleibt gleich. Ausbildungsverb&auml;nde bieten Kurse oder Workshops zur Tarierung und zur Erkennung von Meereslebewesen an. Diese Fortbildungskurse tragen nicht nur dazu bei, Verletzungen durch Meereslebewesen zu vermeiden, sie erh&ouml;hen zugleich erheblich die Tauchsicherheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Probleme mit der Tarierung k&ouml;nnen leicht zu Kontakten mit Meereslebewesen oder zu anderen Verletzungen f&uuml;hren. Ein paar Ratschl&auml;ge:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Tarieren Sie sich gut aus.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Befestigen Sie herumh&auml;ngende Ausr&uuml;stungsgegenst&auml;nde.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Halten Sie bei starker D&uuml;nung mehr Abstand von Meereslebewesen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Halten Sie sich nicht an Anker&ndash;oder Bojenleinen fest, wenn Sie keine Handschuhe tragen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Behalten Sie die Orientierung zu Ihrem Tauchplatz.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schnitte und Sch&uuml;rfwunden durch Korallen, Reizungen durch Schw&auml;mme<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Korallen<\/strong><br \/>Verletzungen durch Korallen k&ouml;nnen schmerzhaft sein und heilen manchmal schwer ab. Die vordringlichste Aufgabe ist, Blutungen unter Kontrolle zu bringen, also direkten Druck auf die Wunde auszu&uuml;ben und den betroffenen K&ouml;rperteil hoch zu lagern. Wenn die Wunde gr&ouml;&szlig;eren Ausma&szlig;es oder der betroffene K&ouml;rperteil deformiert ist (wenn der Ersthelfer also Anzeichen f&uuml;r eine Verrenkung oder einen Knochenbruch sieht), rufen Sie professionelle Rettungskr&auml;fte herbei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">S&auml;ubern Sie den Verletzungsbereich Wenn keine Komplikationen auftreten, sollten Sie durch Korallen verursachte Schnitt&ndash; oder Sch&uuml;rfwunden als N&auml;chstes gr&uuml;ndlich s&auml;ubern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine gr&uuml;ndliche Reinigung der Wunde ist &auml;u&szlig;erst wichtig. Nachfolgend einige empfohlene Schritte:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Entfernen Sie Fremdk&ouml;rper aus der Wunde.<\/strong> Wenn kleinste Korallenst&uuml;cke in der Wunde verbleiben, k&ouml;nnen sie den Heilungsprozess hinausz&ouml;gern und das Infektionsrisiko erh&ouml;hen. Korallenpartikel entfernt man am besten, indem man die Wunde mit sterilem Wasser oder einer Salzl&ouml;sung aussp&uuml;lt. Wenn beides nicht verf&uuml;gbar ist, tut es auch sauberes Trinkwasser. Eine Spritze von 20 cm3 (ohne Nadel) ist hervorragend geeignet, um die Wunde mit ausreichendem Druck zu reinigen und Partikel heraus zu sp&uuml;len.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Reinigen Sie die Wunde mit antibakterieller Seife.<\/strong> Reinigen Sie anschlie&szlig;end die Wunde zus&auml;tzlich mit antibakterieller Seife. Sie k&ouml;nnen die Seife verwenden, die Sie im Laden gekauft haben und privat benutzen. Wenn Sie Wasserstoffperoxid ins Wasser geben, wird dies zus&auml;tzlich zur Desinfektion der Wunde beitragen und das Entfernen von Partikeln erleichtern. Verwenden Sie f&uuml;r diesen Reinigungsschritt Pads aus Verbandsmull, saubere Papiert&uuml;cher oder einen sauberen Lappen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Tragen Sie eine antibiotische Salbe auf.<\/strong> Tragen Sie nach der gr&uuml;ndlichen Reinigung eine lokal wirkende antibiotische Salbe auf (z. B. Neomycin, Bacitracin, Polymyxin, etc.), und bedecken Sie die Wunde anschlie&szlig;end mit einer sterilen Wundauflage und einem Verband. Vorgefertigte Verbandp&auml;ckchen aus dem Verbandskasten sind v&ouml;llig ausreichend, solange sie die richtige Gr&ouml;&szlig;e haben. Wechseln Sie den Verband t&auml;glich bzw. sobald er feucht oder schmutzig wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schw&auml;mme<\/strong><br \/>Nach Hautkontakt mit einem Schwamm kann sich innerhalb weniger Stunden ein juckender Ausschlag entwickeln, &auml;hnlich den Hautreizungen, die nach dem Kontakt mit anderen leicht toxischen Meereslebewesen auftreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man geht davon aus, dass ein Taucher, der Hautkontakt mit einem Schwamm hatte und bei dem ein Ausschlag auftritt, mit giftigen Organismen in Ber&uuml;hrung gekommen ist. Die Reizungen sind normalerweise nicht gravierend und klingen mit wenig oder gar keiner Behandlung innerhalb weniger Tage ab. Es gibt aber auch F&auml;lle von recht schweren Hautreaktionen mit Schmerzen und Blasenbildung.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>S&auml;ubern Sie die Wunde.&nbsp;<\/strong>Die beste Behandlung ist die rasche S&auml;uberung der betroffenen Stelle und die Entfernung der spitzen Nadeln aus den Schw&auml;mmen. Das sind die harten, spitzen, kalk- oder kieselhaltigen Ger&uuml;ste, die den Geweben der Schw&auml;mme Stabilit&auml;t verleihen und nun in die Haut des Tauchers eingedrungen sind. Verwenden Sie zur Entfernung dieser Nadeln breites Klebeband, das ist eine Alternative zum Rasieren. Oder schaben Sie die Stelle vorsichtig mit einer Kreditkarte, einem Zungenspatel oder einem &auml;hnlichen Objekt ab.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Tragen Sie eine antibiotische Salbe auf.<\/strong> Sobald Sie sicher sind, dass alle verbliebenen Partikel entfernt sind, tragen Sie eine lokal wirkende Hydrokortisoncreme auf. &Uuml;berwachen Sie die verletzte Person auf jegliche Anzeichen f&uuml;r einen Schock, eine allergische Reaktion oder eine Anaphylaxie. Jeder, der der verletzten Peron hilft, sollte einfache Latexhandschuhe tragen. Diese sind in den meisten Erste-Hilfe-Kits enthalten und bieten ausreichend Schutz gegen Gifteinwirkungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nesselnde Lebewesen: Feuerkorallen und Hydroidea<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Meereslebewesen verf&uuml;gen &uuml;ber Nematozyten (Nesselzellen), die bei Kontakt mit einem Fremdk&ouml;rper Gift in diesen injizieren. Die Intensit&auml;t der Vernesselung h&auml;ngt von der Spezies des Lebewesens als auch von der Empfindlichkeit des Tauchers gegen&uuml;ber dem Gift ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer mehr Taucher berichten &uuml;ber Vernesselungsverletzungen, nachdem sie eine Anker&ndash; oder Bojenleine ohne Handschuhe angefasst haben. Die Fasern der Leinen k&ouml;nnen ebenfalls Verletzungen verursachen. Aus den Berichten, die DAN zugegangen sind, geht jedoch hervor, dass die meisten Verletzungen an Anker&ndash;bzw. Bojenleinen mit einer Gifteinwirkung durch Meereslebewesen einhergehen. Alle durch Menschenhand hergestellten Gegenst&auml;nde im Meer beheimaten irgendwann Kolonien von Organismen, eben auch Anker&ndash;und Bojenleinen. Man wei&szlig; nicht sicher, welche Organismen sich in den Leinen einnisten. Viele Fachleute meinen, dass der Hauptverd&auml;chtige ein Mitglied der Ordnung Hydroidea ist, einer Klasse der Hohltiere, zu denen auch die Quallen geh&ouml;ren.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Sp&uuml;len Sie die Verletzungsstelle mit Essig aus.<\/strong> Die Erstbehandlung f&uuml;r Vernesselungen durch Feuerkorallen (siehe auch &lsquo;Vorf&auml;lle unter der Lupe&rsquo;, Seite 8\/9) und Hydroidea ist dieselbe: Verwenden Sie zur Neutralisierung des Giftes Wei&szlig;weinessig. Sp&uuml;len sie den verletzten Bereich nicht mit S&uuml;&szlig;wasser; der Wechsel des Salzgehalts w&uuml;rde alle noch nicht entladenen Nesselzellen zum &lsquo;Abfeuern&rsquo; ihrer Giftstilette bringen und so zu einer noch gr&ouml;&szlig;eren Gifteinwirkung f&uuml;hren. <br \/>Die verletzte Stelle sollte idealerweise best&auml;ndig mit Essig gesp&uuml;lt werden. Da die meisten von uns wohl kaum literweise Essig mit sich f&uuml;hren, kann man auch Verbandsmull, Papiert&uuml;cher oder einen sauberen Lappen mit Essig tr&auml;nken und auf die verletzte Stelle dr&uuml;cken, das funktioniert ebenfalls gut.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Entfernen Sie verbliebene Reste des nesselnden Organismus.&nbsp;<\/strong>Nehmen Sie eine Zange oder Pinzette und entfernen Sie damit jegliche gr&ouml;&szlig;ere Restst&uuml;cke des Organismus, die ggf. noch auf der Haut verblieben sind. Um alle eingeschlossenen bzw. kleinen Partikel zu entfernen, tragen Sie Rasierschaum auf und rasieren Sie den betroffenen Bereich mit einem Einmalrasierer. Alternativ zum Rasieren ziehen Sie den Bereich mit Klebeband oder mit einem starren Gegenstand, z. B. einer Kreditkarte ab (s. unter <a href=\"#spugne\">&ldquo;Schw&auml;mme&rdquo;<\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Essig oder Alkohol<\/strong><br \/>Welches Mittel das Gift der Nematozyten nun neutralisiert, scheint von der Spezies der Organismen abzuh&auml;ngen. Da die Giftsubstanzen unterschiedlich sind, gibt es keine universell richtige Behandlung. Einige Spezies reagieren besser auf Isopropylalkohol (Reinigungsalkohol), andere werden durch Essig besser neutralisiert. Welche L&ouml;sung bei den heimischen Arten besser geeignet ist, besprechen Sie am besten mit den Tauchern vor Ort, insbesondere, wenn Sie in eine Ihnen unbekannte Region reisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist allem Anschein nach von Vorteil, sowohl eine Flasche Alkohol als auch eine mit Essig in der Tauchtasche mitzuf&uuml;hren. Andere Mittel zur Behandlung, z. B. Papain (bekannt als &lsquo;Fleischzartmacher&rsquo;) oder Backpulver, sind umstritten, werden aber teilweise immer noch als akzeptabel angesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gutes Tarieren, Respektieren des Reviers der Meereslebewesen und Beachten der Details, wie das Tragen von Handschuhen beim Tauchen an einer Anker&ndash; oder Bojenleine, k&ouml;nnen einen Taucher darin unterst&uuml;tzen, einen unangenehmen Kontakt mit Meerestieren zu vermeiden. Schon das einfache Abdecken der Haut kann hilfreich sein: Weniger unbedeckte Haut bedeutet weniger Haut, die Risiken ausgesetzt ist (sch&uuml;tzt jedenfalls gegen Nesselquallen und Hydroidea). Ein d&uuml;nner Lycra-Anzug reicht als Schutz gegen diese nesselnden Organismen v&ouml;llig aus. Sie k&ouml;nnen also eine Diveskin unter Ihrem Shorty tragen und damit die sonst ungesch&uuml;tzten Arme und Beine bedecken. Eine einfache Diveskin k&ouml;nnte also den Unterschied zwischen einem fabelhaften und einem verdorbenen Urlaub ausmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>First Aid for Hazardous Marine Life Injuries &ndash; &nbsp;Erste Hilfe bei Verletzungen durch gef&auml;hrliche Meerestiere<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Taucher sollten erw&auml;gen, zumindest einen Kurs in elementarer Erster Hilfe zu absolvieren. Der DAN-Kurs &apos;First Aid for Hazardous Marine Life Injuries&apos; (Erste Hilfe bei Verletzungen durch gef&auml;hrliche Meeresstiere) ist eine Ausbildung f&uuml;r vielerlei Arten von Verletzungen durch Meereslebewesen. Au&szlig;erdem gibt es eine Vielzahl von Anleitungsb&uuml;chern sowie Referenzb&uuml;chern im Taschenformat, die den Umgang mit solchen Verletzungen behandeln. Auf der DAN-Website (und auf vielen anderen) gibt es ebenfalls Informationen zu diesem Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie Ihren Hausarzt bitten, Verletzungen durch Meereslebewesen jeglicher Art zu behandeln, k&ouml;nnte er Ihnen offenbaren, dass er mit dieser Art von Verletzungen nicht vertraut ist. Er kann aber gern die DAN Hotline f&uuml;r medizinische Beratung anrufen und sich von spezialisierten Tauchmedizinern beraten lassen. In einem Notfall k&ouml;nnen &Auml;rzte dieselben spezialisierten Tauchmediziner &uuml;ber die DAN Tauchnotfall-Hotline erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einfache Vorsichtsma&szlig;nahmen und rechtzeitiges Eingreifen k&ouml;nnen f&uuml;r eine verletzte Person &auml;u&szlig;erst wertvoll sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anaphylaxie&hellip; und wie steht es mit Adrenalin?<\/strong><br \/>Ein Grund, warum viele Menschen &uuml;berhaupt anfangen zu tauchen, ist, sich Meereslebewesen zu n&auml;hern bzw. sie zu beobachten. Dies ist aber zugleich einer der Gr&uuml;nde, warum einige Menschen Angst vor dem Tauchen haben. Tatsache ist, dass Verletzungen durch gef&auml;hrliche Meerestiere selten und zumeist das Ergebnis einer Achtlosigkeit des Tauchers oder einer Verteidigungsreaktion des Tieres sind. Unabh&auml;ngig von Ihren Techniken und Vorlieben beim Tauchen besteht ein gewisses Risiko, dass Sie irgendwann in Ihrem taucherischen Leben von einem Meerestier vernesselt, gebissen oder geschnitten werden. Das kann ein kleinerer Zwischenfall sein, z. B. mit einer Tentakel in Ber&uuml;hrung zu kommen, oder so furchteinfl&ouml;&szlig;end &ndash; und aufregend &ndash; wie eine Sch&uuml;rfwunde, die man durch einen K&ouml;rperkontakt mit der Flanke oder dem Schwanz eines Hais davontr&auml;gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die richtige Erste Hilfe h&auml;ngt von der Art des Tieres ab, das die Verletzung verursacht hat. Ein Ersthelfer muss allerdings immer zuerst an die elementaren Lebensrettenden Sofortma&szlig;nahmen denken (Basic Life Support &ndash; BLS), also sicherstellen, dass die Atemwege frei sind, dass die Person normal atmet und dass die Kreislauffunktion ausreichend ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Warnzeichen und Symptome h&auml;ngen davon ab, welches Meereslebewesen die Verletzung oder Erkrankung verursacht hat, au&szlig;erdem kann die individuelle Reaktion auf die Verletzung oder Erkrankung unterschiedlich ausfallen. Zu den individuellen Einflussfaktoren einer Person geh&ouml;ren ihr Alter und ihre Empfindlichkeit gegen&uuml;ber einem Giftstoff oder einer Verletzungsart, au&szlig;erdem allergische Reaktionen jeglicher Art, die m&ouml;glicherweise auftreten k&ouml;nnten. Taucher k&ouml;nnten zudem empfindlicher reagieren, wenn sie zuvor schon einmal durch eine Nesselqualle oder eine Fischart mit Giftstacheln mit demselben Giftstoff bzw. Toxin in Ber&uuml;hrung gekommen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass eine Anaphylaxie selten auftritt; dennoch kann sie f&uuml;r den Taucher selbst, als auch f&uuml;r seine Begleiter ein &auml;u&szlig;erst furchteinfl&ouml;&szlig;ender Zustand sein. Zu den Anzeichen einer Anaphylaxie geh&ouml;ren Atemschwierigkeiten, &Uuml;berempfindlichkeiten, absackender Blutdruck, Anschwellen der Schleimh&auml;ute in Mund und oberen Atemwegen und schlie&szlig;lich Bewusstlosigkeit.<\/p>\n<p>Falls Sie oder ein Mittaucher eine &Uuml;berempfindlichkeitsreaktion erleiden, die man als anaphylaktischen Schock bezeichnet, m&uuml;ssen Sie sofort handeln. Autoinjektoren (Fertigspritzen) mit Epinephrin bzw. Adrenalin (u. a. der EpiPen&reg;, in Deutschland auch Anapen&reg;, Fastjekt&reg;) bringen rasche Erl&ouml;sung von den Unbillen dieser allergischen Reaktion.<\/p>\n<p>Aber es gibt dabei einen Stolperstein: Epinephrin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen Taucher darin ausgebildet werden, die Symptome einer Anaphylaxie zu erkennen. Das unn&ouml;tige Verabreichen einer Dosis Epinephrin \/ Adrenalin kann zu einem gef&auml;hrlichen Anstieg des Blutdrucks f&uuml;hren und infolgedessen bei einigen Menschen zum Kreislaufkollaps und Tod.<\/p>\n<p>Ein Medikament mit vergleichbarer Wirksamkeit ist Benedryl&reg; (Diphenhydramin &ndash; DPH). Dieser Wirkstoff blockiert noch mehr der eigentlichen Auswirkungen der Reaktion. Es ist rezeptfrei erh&auml;ltlich [in D\/A\/CH apothekenpflichtig] und allgemein sicherer in der Anwendung: Wenn man f&auml;lschlicherweise davon ausgeht, dass jemand unter einer Anaphylaxie leidet, ist das Risiko, diese Person zu gef&auml;hrden, geringer.<\/p>\n<p>Wenn jemand mit einer tats&auml;chlichen Anaphylaxie vor Ort behandelt wurde, muss er trotzdem anschlie&szlig;end &auml;rztlich versorgt werden. Die Wirkung der Medikamente klingt ab, und die Symptome k&ouml;nnen wieder aufflammen. &Auml;rzte k&ouml;nnen andere Arzneien verabreichen, deren Wirkung l&auml;nger anh&auml;lt und das Wiederkehren der Symptome verhindert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr rufen Taucher, Nichttaucher und medizinische Fachkr&auml;fte bei der medizinischen Fachabteilung von DAN an und fragen nach, wie man Personen mit Verletzungen durch Meereslebewesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11373938,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[389],"tags":[],"authors":[1437],"class_list":["post-11386920","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","authors-marty-mccafferty-de_de"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.2 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Stacheln, Bisse, Kratzer &amp; 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