26 Sep 2015 | Caren Liebscher

DAN Europe Wohltätigskeitsfonds

DAN Europe's Claudius-Obermaier-Wohltätigskeitsfonds

Es ist das Jahr 2003. Am Nachmittag des 20. August gehen Claudius Simon Obermaier aus Olching in Deutschland und sein Tauchpartner und Freund an der Allmannshausen-Wand im Starnberger See tauchen. Es ist ein technischer Tauchgang, der die jungen Männer bis zu einer Tiefe von 82 Metern (269 ft.) führt, wo sie ein Wrack erkunden wollen. Der See hat an dieser Stelle eine Tiefe von 112 Metern (367 ft.). Der Tauchgang ist ereignislos. Die einzige Abweichung ist, dass sie etwas eher als geplant den Rückweg antreten. In 70 Meter (230ft.) Tiefe hat Claudius plötzlich Schwierigkeiten mit der Atmung. Er schafft es nicht, die Kontrolle darüber zu bekommen. Sein Freund und Tauchpartner versucht ihm zu helfen. Aber in nur kurzer Zeit ist Claudius‘ Atemgas aufgebraucht. In 60 Meter Tiefe (197 ft.) wird er bewusstlos. Sein Freund und Tauchpartner geht an seine eigenen Grenzen bei dem Versuch, Claudius zu retten. Unglücklicherweise muss er nach herzzerreißendem Kampf um sein Leben an irgendeinem Punkt aufgeben und ihn zurücklassen. Claudius sinkt in die Tiefe und ertrinkt.

Es ist Augusttag, als Claudius, ein erfahrener, sicherheitsbewusster technischer Taucher im Alter von 27 Jahren sein Leben am Grund dieses sagenumwobenen Sees verliert. Sein Freund und Tauchpartner muss später selbst in einer Druckkammer als Tauchunfall-Notfall behandelt werden.

Angesichts der intensiven Rettungsmaßnahmen, die später stattfinden, bitten die Eltern von Claudius ihre Angehörigen und Freunde darum, für die Unterstützung von in Not geratenen Tauchern um Geld- statt Blumenspenden bei der Beerdigung.

Aus dieser Idee heraus wird der Claudius-Obermaier-Fonds (COF) geboren. Der Fonds hilft Tauchern und ihren überlebenden Angehörigen, die sich aufgrund eines tragischen Tauchunfalls in finanzieller Not befinden. Der COF ist ein Solidaritätsfonds von Tauchern für Taucher weltweit.

Claudius war kein Mitglied von DAN Europe. Seine Eltern traten nach seinem Tod an DAN Europe heran. Der deutsche Druckkammer-Spezialist und der zu der Zeit verantwortliche Taucharzt, Dr. Ulrich van Laak, ist der Kontakt zur Familie. Offiziell wird der Fonds 2004 ins Leben gerufen.

In den zehn folgenden Jahren von 2004-2014 verteilt der Claudius Obermaier Fund insgesamt etwa 187.921,58 EUR in verschiedenen Teilen der Welt und unterstützt in 27 Fällen in den folgenden Bereichen :

  • Spezielle medizinische Hilfe
  • Medizinische Evakuierung nach schweren Unfällen
  • Prothesenversorgung
  • Sonderkrankentransporte für Querschnittsgelähmte
  • Schulstipendien für Waisen von verstorbenen Tauchern

Als der Tsunami im Dezember 2004 den Indischen Ozean heimsucht, tritt der Fonds in Form einer internationalen Arbeitsgruppe in Aktion. Es werden Helfer, Spenden und Hilfsgüter im Umfang von 65.566,07 EUR zur Verfügung gestellt. Das Geld wird für die Identifizierung verstorbener Taucher und anderweitig verwendet. DAN Europe beschließt zu dieser Zeit, seinen Mitgliedern auf der Webseite zwei Spenden-Optionen anzubieten:

Für die Opfer des Tsunamis zu spenden und für den Claudius-Obermaier-Fonds zu spenden. Auf diese Weise fließen dem COF weitere 15.000 EUR zu.


Das Bootsdrama von Phuket

16. April 2013. Ein gewaltiger Sturm erfasst plötzlich das Tauchboot “Little Princess” und versenkt es vor Koh Tachai in der thailändischen Provinz Phang Nga. Die tapferen Tauchlehrer und Mitglieder der Crew helfen jedem aus dem Boot, bevor sie sich selbst in Sicherheit bringen. Sie erhalten später eine Auszeichnung für ihren Mut in Form von finanzieller Unterstützung aus dem COF, um sie für den Verlust ihrer Tauchausrüstung zu entschädigen.

Der COF erhält nicht nur Spenden von DAN Europe-Mitgliedern, sondern auch aus anderen Quellen. Zu Beginn dieses Jahres, am 23. Januar 2015, erhielt der Fonds beim 2015 TAUCHEN Award eine Spende von 4.000 EUR. Der TAUCHEN Award wird während der BOOT in Düsseldorf, Deutschland traditionellerweise ausgerichtet. Die BOOT ist eine der größten Wassersport-Messen.

Wenn Du mehr über diejenigen erfahren möchtest, denen mit dem Fonds geholfen wurde, kannst Du dies auf unserer Webseite nachlesen: www.daneurope.org.

Um Tauchern in finanziellen und medizinischen Nöten zu helfen, unterstützt der Fonds außerdem Druckkammerzentren und tauchmedizinische Einrichtungen in abgelegenen Gebieten der Welt. DAN Europe hat die Ehre, den Fonds zu leiten, und ist sich der übertragenen großen Verantwortung bewusst, dass jeder Taucher jeden Tag irgendwo auf dieser Welt auf diese Hilfe angewiesen sein kann. Unterstützung wird nicht nur praktisch gegeben, sondern auch in Form humanitärer Unterstützung.

 

Marta – eine örtliche Initiative für ein krebskrankes Kind

Es handelt sich nicht um einen Wohltätigkeitsfonds für Taucher, sondern um eine örtliche Initiative von DAN Europe für ein kleines Mädchen, das an einer seltenen und schwierig zu behandelnden Krebsart erkrankt ist. Martas Krebstherapie ist sehr teuer und lastet schwer auf ihrer Familie.

DAN Europe beschloss daher, Geld aus den Verkäufen von Produkten seines Online-Shops für Marta zu spenden.

Mitglieder können Armbänder mit dekorativen Tauchmotiven und Kinderspielzeug kaufen – die Schlümpfe in verschiedenen Taucher-Outfits.

Bislang konnte der Fonds für Martas Behandlung 1.113 EUR sammeln. Am 20. Mai 2015 war  Dr. Alessandro Marroni, der Präsident von DAN Europe, glücklicher Überbringer des Schecks an Martas Mutter.

Jeder, der Marta gerne helfen möchte, kann in unserem DAN Online-Shop unter http://www.daneurope.org/shop ein Armband oder einen Schlumpf kaufen oder direkt in den Fonds einzahlen. Dank‘ Dir.

 

Ein Forschungsfonds wird bald kommen

Angesichts der positiven Dynamiken und Synergien durch diese Fonds – COF, Tsunami 2004 und Marta – beschließt DAN Europe zukünftig weitere Fonds ins Leben zu rufen. Eine Idee ist es, einen Forschungsfonds sowie einen Kurzzeit-Fonds mit einem jährlich wechselnden Thema oder Ziel einzurichten. Letzterer soll ermöglichen, die Vielzahl immer noch ungelöster Fragen in Tauchmedizin und Tauchphysiologie schließlich lösen zu können.

 

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