31 Mar 2017 | Cristian Pellegrini

Sechs gute Gründe Tauchguide zu werden

Sie öffnen uns die Türen zu unbekannten Welten, für uns leuchten sie mit ihren Taucherlampen unentdeckte Winkel aus und machen unsere Tauchgänge unvergesslich: die Tauchguides. Wir haben einige von ihnen gebeten, uns zu erzählen, warum sie das, was sie tun, so lieben (und vielleicht solltet ihr auch mal darüber nachdenken).


1. Die Leidenschaft zum Beruf machen

Stell dir vor, du wachst jeden Morgen auf und kannst es garnicht erwarten zur Arbeit zu kommen... Klingt gut, oder? Wenn du Tauchguide wirst, dann kannst du alles hinter dir lassen: den Job, der dich nicht glücklich macht, das langweilige Leben in der Kleinstadt oder auch die Hektik der Großstadt. Aber natürlich musst du dir auch im Klaren darüber sein, was du aufgibst, damit du weit weg von Zuhause leben kannst: zum Beispiel Weihnachten mit deiner Familie oder Sonntagsessen bei Oma. Wer sich aber für diesen Weg entscheidet, der ist normalerweise fest entschlossen und hat keine Angst davor gegen den Strom zu schwimmen oder zurückzublicken.


2. Immer wissen wohin es geht und wie man hinkommt

Es macht dir Spaß, Tauchfans dabei zu unterstützen das Umfeld und die Lebewesen eines bestimmten Tauchplatzes zu entdecken und ihnen zu zeigen, dass er zu jeder Zeit einzigartig ist. Beispiel gefällig? Eine Anemone zeigen (ganz diskret, natürlich), in die ein weiblicher Anemonenfisch gerade Eier gelegt hat, während das Männchen das Nest äußerst energisch vor möglichen Gefahren beschützt... Es gibt eine Reihe von Variablen, die sich jeden Tag ändern können, wie z. B. das Wetter, die Meeresbedingungen, Strömungen und wichtige Einzelheiten, die man berücksichtigen muss, also z. B. mögliche Gefahren, die ein bestimmter Tauchgang vielleicht mit sich bringt. Das Tauchniveau der einzelnen Taucher einer Gruppe variiert ebenfalls: Erfahrungen, Brevets, Vorlieben. Gute Tauchguides wissen, wie sie dafür sorgen können, dass sich alle wohlfühlen. Sie tauchen nicht für sich selbst, sondern für die Gruppe und sie freuen sich, wenn sich ihre Gruppe freut.


3. Reisen, reisen und noch mehr reisen

Tauchguides können fantastische Orte kennenlernen – das australische Great Barrier Reef, ein Safariboot auf den Malediven, ein Urlaubsressort auf den Fidschi-Inseln oder ein Gästehaus in Raja Ampat – und nirgendwo müssen sie für ihren Aufenthalt bezahlen. Stattdessen werden sie dafür bezahlt, dass sie dort arbeiten (und das hoffentlich fair). Vielleicht musst du viel aufgeben, aber für einen Globetrotter-Taucher gibt es nichts, das ihm mehr wert ist als unter Wasser zu sein.


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4. Weniger haben und gleichzeitig mehr

Als Tauchguide entdeckst du den wahren Wert der Dinge. Weit weg von Zuhause und deiner Komfortzone wirst du lernen, das Wesentliche zu schätzen. Du wirst feststellen, dass du eigentlich nur wenig brauchst. In der westlichen Welt ist Kaufen ein Zwang. Wir werden dazu gedrängt, die neuesten High-Tech-Spielereien zu besitzen, auf Einkaufstouren zu gehen und wie wild einzukaufen. All das ist meist bedeutungslos. Als Tauchguide entdeckst du, wie gut es tut, nichts zu brauchen. Und wenn du etwas Neues bekommst, dann weißt du es viel mehr zu schätzen. Und wenn du hunderte oder sogar tausende Kilometer von zuhause entfernt bist, dann wirst du nicht ständig von der giftigen Smogwolke aus aktuellen Nachrichten, Updates und Klatsch und Tratsch erstickt.


5. Teamgeist

Du kannst arbeiten und deine Erlebnisse mit einer Gruppe von Leuten teilen, die auch Tauchguides sind und die dieselbe Leidenschaft haben und die gleiche Verantwortung tragen wie du. Oft herrscht unter den Kollegen viel Empathie und Kameradschaftsgeist – man unterstützt sich gegenseitig. Und selbst wenn man einmal nicht so gut mit einander klarkommt, so hat das professionelle Verhalten doch oberste Priorität. Damit die Menschen, die du unter Wasser führst, immer sicher sind.


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6. Ein Profi, dem man vertraut

Die besten und erfahrensten Tauchguides entwickeln die Fähigkeit, bereits im Vorfeld zu ahnen, ob ein Problem oder eine Angst zu einem Unfall führen kann und sie lernen, mit der entsprechenden Situation fertig zu werden. Hast du jemals einem in Not geratenen Taucher Blei abgegeben? Genau das meine ich. Ganz zu schweigen davon, wie man sich freut, wenn dieselben Taucher immer wieder kommen. Weil sie dir vertrauen und sich mit dir unter Wasser wie zuhause fühlen.

Schon überzeugt? Wenn du Tauchguide werden willst, dann brauchst du ein Divemaster- oder Ausbilderbrevet.


Und denk daran, dass du als Tauchguide eine Haftpflichtversicherung benötigst, wie sie von DAN angeboten wird.




Danksagung:

Luca Magliacca, Asia Azzali, Herbert Fontana, Monica Ferrario und die Mitarbeiter von Duke of York auf den Malediven.




Über den Autor:

Cristian ist Fachmann für digitales Marketing und Kommunikation bei DAN (Divers Alert Network) Europe und Herausgeber von AlertDiver.eu, dem internationalen Tauchmagazin, das DANs Ziele unterstützt. Er ist leidenschaftlicher Taucher und liebt es, wenn das Kind in ihm die Führung übernimmt und seinen kreativen Geist entfesselt. Außerdem spielt er gerne mit Worten, visuellen Möglichkeiten und Papageienfischen.

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