10 Sep 2019 | Guy Thomas

Tauchausrüstungspflege - Trocknung und Lagerung deiner Ausrüstung

Nachdem wir uns schon genauer angeschaut haben, wie man seine Ausrüstung am besten reinigt und spült, geht es hier jetzt darum, wie man sie richtig trocknet und lagert.

Natürlich handelt sich hier um generelle Regeln und Tipps, die die Gebrauchsanleitungen der einzelnen Ausrüstungsgegenstände nicht ersetzen können. Daher sollte du dir diese auch für weitere konkrete Anweisungen anschauen.

Richtig trocknen

Ja, die Sonne trocknet deine Sachen schneller, aber wenn sie über einen längeren Zeitraum UV-Strahlung ausgesetzt sind, dann verblassen die Farben (bleichende Wirkung) und die Sachen sehen schneller abgenutzt und schäbiger aus als du denkst. Sonnenlicht kann Neopren, Schläuche, Latex- oder Gummidichtungen, alle Kunststoffe, O-Ringe und Dichtungen und sogar Reißverschlüsse abnutzen. Neopren verliert bei hohen Temperaturen außerdem seine Elastizität.

Hänge deine Sachen draußen auf, am besten im Schatten, und dann hole sie wieder rein. Du kannst die Sachen auch in einem gut belüfteten Raum trocknen lassen. Um Brände und Schäden zu vermeiden, musst du aber darauf achten, dass sie nicht neben Heizgeräten hängen bzw. liegen.

Sachen aus Neopren sollten zum Trocknen von innen nach außen gestülpt werden. So kann man die äußere Schicht schützen. Bitte nicht in den Wäschetrockner: das reduziert nur die Lebensdauer der Sachen. Zum Trocknen von Stiefeln und Handschuhen gibt es spezielle Heizelemente. Bei deren Benutzung muss man allerdings darauf achten, dass sie nicht überhitzen und Brände verursachen.

Hänge deine Trockentauchanzüge (aus Neopren oder Trilaminat) verkehrt herum auf und verwende dabei einen geeigneten Bügel. In dieser Position (egal ob drinnen oder draußen) kann das restliche Wasser abfließen.

Bei der Tarierweste ist die Außenseite nicht das Problem. Aber die Innenseite trocken zu bekommen, ist eine andere Geschichte. Am einfachsten ist es, die Tarierweste aufzublasen und das restliche Wasser dann über den Inflatorschlauch oder die Ablassventile abzulassen. Nachdem du das einige Male wiederholt hast, lässt du die Tarierweste aufgeblasen trocknen. Mit Signalbojen (DSMBs) verfährst du ganz ähnlich: rolle sie auf und hänge sie dann teilweise aufgeblasen auf. 

Einige Teile der Tauchmaske, wie z. B. der Bereich zwischen Nase und Glas, sind anfällig für Kalkablagerungen. Trockne diese Teile mit einem weichen Tuch oder Handtuch ab und ihre Lebensdauer verlängert sich.  

Flossen sind widerstandsfähiger, mögen aber keine extreme Hitze. Wenn sie in der Sonne trocknen, dann sollte nichts anderes auf ihnen liegen. Flossen können sich verformen und unter Wärmeeinwirkung biegen. Dadurch sind sie dann unter Wasser weniger effizient.

Richtig lagern

Lagere deine Sachen immer an einem kühlen, trockenen Ort, der vor Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen geschützt (über 49 °C) ist. Halte sie fern von jeder möglichen Quelle von Ozon, Chlor oder Abgasen und vermeide den Kontakt mit Öl, Lösungsmitteln, Benzin und Chemikalien.

Es empfiehlt sich immer die Tarierweste teilweise aufgeblasen zu lassen und spezielle Bügel zu verwenden, an denen man auch die Regler befestigen kann. Regler kann man auch in einer Tasche oder Kiste aufbewahren, dabei ist aber immer darauf zu achten, dass die Schläuche nicht geknickt werden. In Reglertaschen für Lagerung und Transport kann man diese wertvollen Ausrüstungsteile sicher verwahren.

Bevor du Trockentauchanzüge verpackst, solltest du sicherstellen, dass sie wirklich trocken sind und sie weder innen noch außen irgendwie feucht sind. Am besten ist es, sie (mit geschlossenem Reißverschluss) verkehrt herum aufzuhängen, und zwar auf einem speziellen Kleiderbügel für Trockentauchanzüge, bei dem verhindert wird, dass zu viel Druck auf den Schultern lastet. Oder man trocknet sie flach auf dem Boden. Aber dabei dürfen keine schweren Gegenstände auf ihnen liegen, damit es keine Knicke oder Löcher gibt! Wenig Platz? Vermeide es einfach den Reißverschluss zu knicken oder zu falten, denn dabei kann ein wichtiger (und teurer!) Teil deines Anzugs beschädigt werden. Halte Reißverschlüsse sauber und verwende ein geeignetes Schmiermittel. Auf Latexdichtungen verwendest du am besten parfümfreien Talkum und verhinderst damit einen schnellen Qualitätsverlust, ein Zusammenkleben und Brechen. 

Masken und Schnorchel solltest du zum Schutz der Silikonkomponenten separat verstauen, vorzugsweise in eigenen Kisten. Das Gleiche gilt für Computer, die ein wertvolles Stück deiner Ausrüstung sind und die du unbedingt vor Schäden bewahren solltest.

Nimm die Batterien aus Tauchlampen und Leuchten heraus, bevor du sie einlagerst (vor allem bei längeren Lagerzeiten). Batterien können auslaufen und die Säure beschädigt dann deine Ausrüstung. Hier findest du einen speziellen Artikel, der sich mit dem Transport auf Reisen befasst!

Und die Flaschen? Verhindere, dass Feuchtigkeit ins Innere der Flasche gelangt, auch wenn das vielleicht schwierig ist, da das teilweise auch von der Füllanlage abhängt. Was du tun kannst ist, nur Flaschen zu lagern, die nicht vollständig leer sind und noch ein bisschen Druck im Innern haben. Auch kleine Mengen von Feuchtigkeit im Inneren können Korrosion verursachen. Daher solltest du sie nicht liegend lagern, da die Seitenwände dünner sind als der Boden. Stelle die Flaschen aufrecht hin und sichere sie so, dass sie nicht umfallen können. Sollten sie fallen, macht die Tatsache, dass sie fast leer sind, die Sache jedoch nicht sicherer. Denn Ventile können dabei beschädigt werden und später bei der Befüllung zu schweren Unfällen und Verletzungen führen.

Wenn du eine längere Lagerung planst, dann lass die Flaschen nicht voll: im Laufe der Zeit führt Oxidation dazu, dass sich der Sauerstoffgehalt im Inneren verringert.
Verwende Flaschenkappen und verhindere damit, dass Staub und Verunreinigungen in das Ventil oder in die erste Stufe (oder den Sinterfilter) gelangen können. Das ist vor allem dann wichtig, wenn du Nitroxmischungen und sauerstoffreine Materialien verwendest.

Bereit zur Nutzung?

Wenn du deine Ausrüstung richtig reinigst, trocknest und lagerst, bedeutet das nicht automatisch, dass sie auch benutzt werden kann. Im nächsten Artikel werden wir uns daher einmal genauer anschauen, wie man sicherstellt, dass die Ausrüstung auch wirklich einsatzbereit ist.

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