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Tauchen ist in

Tauchen ist in: James Bond 007 Feuerball

Tauchen ist in. Wir finden heraus, wer das Tauchen so beliebt gemacht hat: Menschen aus Büchern oder Filmen, die zu den Helden der Tauchszene wurden.


Bis 2011 spielte Feuerball (1965) 1 Milliarden US-Dollar ein und ist damit, nach Skyfall, der umsatzstärkste aller James-Bond-Filme. Feuerball war eine kommerzielle Kinoproduktion, bei der sehr viel unter Wasser gefilmt wurde und bei der die choreografischen Möglichkeiten der Unterwasserwelt genutzt wurden.

DER FILM

Ein Flugzeug vom Typ Avro Vulcan  der britischen Luftwaffe (das Atombomben an Bord hat) verschwindet vom Radar, sinkt und legt sich wie ein Blatt auf einen sandigen Untergrund ab, der so weiß ist, dass es sich nur um die Bahamas handeln kann. Wie im vorhergehenden Film Goldfinger kann auch hier eine Atombombe in den Händen von Bösewichten nur eines bedeuteten: ein riesiges Chaos, dass nur James Bond in Ordnung bringen kann. Ein unglaublich fitter Sean Connery entkommt wie durch ein Wunder aus einem Swimming Pool voller Haie und knutscht in einer anderen Szene hinter einer Riesenkoralle mit Claudine Auger, dem Bondgirl vom Dienst. So erfährt das Publikum also, dass man unter Wasser ganz schön viel erleben kann. Beim großen Finale kommt es dann unter Wasser zu einem Kampf zwischen den guten und den bösen Jungs, bei dem mit Harpunen geschossen wird und bei dem Atemschläuche mit Messern durchtrennt werden. Ein Film, der nach Salzwasser, Babypuder und altem orange-roten Neopren schmeckt.

BUDDY CHECK

Die Tarierweste, das unbekannte Teil. Die erste, in Serie produzierte Tarierweste kam Anfang der 1970er heraus. Der Film stammt aber aus dem Jahr 1965. Feuerball wurde zum Triumphzug der Rückenplatten und Nylonbebänderungen. Und nicht zuletzt der alternativen Luftversorgung, die es in der Tauchszene erst viel später gab.

BITTE VORSICHTIG

Wer damals ohne Tarierweste tauchte, der musste seine Gewichte absolut präzise auswählen und seine Lungenkapazität beim Atmen sehr gut unter Kontrolle haben. Und wer ohne alternative Luftversorgung tauchte, dessen Fähigkeiten bei der Wechselatmung mussten sehr gut sein. Heutzutage ist diese Technik bei Schülern und Ausbildern gleichermaßen verhasst.

ACHTUNG: Aufstiege (und Abstiege) in diesem Film finden – ganz der Dringlichkeit der jeweiligen Situation entsprechend – in Raketengeschwindigkeit statt: damit man eben nicht erstochen oder von einem Tigerhai zum Frühstück verspeist wurde. Da es keine Tarierwesten gab, konnten sich die Taucher im Hintergrund wie Freitaucher im Wasser bewegen. Und so wurde der Film, bei dem es während des Drehs die meisten Lungenüberdehnungen gab. Mit anderen Worten: Bitte nicht nachmachen!

ABSOLUT UNMÖGLICH

Ein Bomberpilot atmet in einer Tiefe von 30 Metern aus einer Sauerstoffmaske, die für ein Militärflugzeug entwickelt wurde. Was ist hier falsch? Finde die beiden Fehler!

MYTHEN UND LEGENDEN

Ein vielgeliebtes Bond-Spielzeug, das den Tauchern nicht aus dem Sinn gehen will, ist die Mikro-Tauchflasche, die unter extrem hohem Druck steht und die die Größe eines Kugelschreibers hat! Immer mal wieder liest man in Blogs, Magazinen und Taucherforen darüber. Damals waren die Szenen so überzeugend, dass sogar die britische Armee nachfragte. „Wie lange kann ein Mann mit diesem Gerät unter Wasser bleiben?“ fragte einer der Militäringenieure der britischen Marine. „So lange, wie er den Atem anhalten kann!“, lautete die Antwort des künstlerischen Leiters des Films.

DAS VERMÄCHTNIS

Dank Feuerball wurde nicht mehr nur in Dokumentarfilmen getaucht und das Tauchen landete auf der Wunschliste einer Gesellschaft, die gerade einen Wirtschaftsboom erlebte. Die Ausrüstung und die Fahrzeuge, die verwendet wurden (u. A. auch die Urahnen der Unterwasser-Scooter) landen in den Köpfen von zwei Generationen. Und in Form von Spielzeugen und als echte Tauchausrüstungen in den Schaufenstern. Feuerball war der beste Tauch-Werbefilm aller Zeiten.

Heutzutage wird in Mainstream-Filmen kaum noch getaucht und das Tauchen wird geradezu stiefmütterlich behandelt. Aber in den 1950ern und 1960ern inspirierte es die Vorstellungskraft vieler Autoren. Beim Tauchen konnten Regisseure und Kameramänner bewegte Szenen in drei Dimensionen drehen. In nur wenigen Jahren wurde das Tauchen sehr beliebt und zu einer Art Kult. Im Laufe der Zeit übernahmen dann aber Science Fiction und Weltraumreisen seinen Platz ein und die Unterwasserlandschaften wurden vom keimfreien Innenleben von Raumfähren und von einem Traum abgelöst, der sehr viel schwerer zu erfüllen ist. Und wir alle blieben dabei auf dem Trockenen sitzen.


FAKTEN UND WAS ZUVOR GESCHAH 

  • Im Jahr 1966 Oscar-Prämierung für Spezialeffekte.
  • Die meisten Unterwasser-Szenen: rund 40%.
  • Die meisten Taucher in einer einzigen Szene: ca. 60.


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