Foto: Olga Martinelli
Sonderbeiträge

6 Tipps für sichere Tauchsafaris und Liveaboard-Reisen

Tauchkreuzfahrten (sogenannte Liveaboards) genießen besondere Beliebtheit bei der Urlaubsplanung von Tauchern. Du lebst auf dem Meer und kannst Dich den ganzen Tag Deinem Lieblings-Hobby widmen: Abschalten pur – und Abenteuer pur! Was für Dich die totale Freiheit bedeutet, kann andererseits jedoch mit Einschränkungen oder gar Ärgernissen einhergehen. Damit Dein Jahresurlaub nicht zur schrecklichen Erinnerung wird, haben wir im Folgenden ein paar Tipps und Tricks für diejenigen zusammengestellt, die noch nie eine Tauchsafari gemacht haben.

Medizinische Vorbereitung

Wie bei jedem Tauchurlaub, ist es wichtig, gesund zu sein. Denke dran, dass nicht unbedingt ein Arzt an Bord ist. Es macht also Sinn, von vornherein Probleme auszuschließen.

Sorge dafür, dass Deine Zähne in Ordnung sind und Du alle erforderlichen Impfungen hast. Denke an Deine verschreibungspflichtigen Medikamente, Mittel gegen Seekrankheit, Durchfall, Verstopfung, Erkältungen oder Ohrenprobleme. Denke auch an Deine vorbestehende gesundheitliche Probleme oder Erkrankungen (Behinderungen, chronische Krankheiten, Allergien usw.), die sich an Bord verschlechtern könnten.

Es ist immer gut, eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung gemäß den Untersuchungsbögen der Verbände oder der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM)(in Österreich ÖGTH, in der Schweiz SGUHM) gemacht zu haben und eine entsprechende gültige Bescheinigung mitzuführen.

Für den medizinischen Notfall solltest Du auch auf ein paar andere Dinge gefasst sein. Das Boot könnte sehr weit vom Land entfernt sein: der Aufenthaltsort des Bootes zum Zeitpunkt des Notfalls und der Zeitpunkt selbst (Nacht) können eine Evakuierung beeinträchtigen. Sei also darauf eingestellt, dass es Verzögerungen beim Transport zu einer ordentlichen medizinischen Einrichtung geben kann. Denke auch daran, dass Evakuierungen dieser Art normalerweise sehr kostspielig sind und es daher empfehlenswert ist, eine gute Tauch- (und Kranken- oder Reise-)Versicherung zu haben sowie Notfalltelefonnummern bei sich zu führen.

Tauchausbildung & Taucherfahrung

Eine abgeschlossene Grundausbildung ist wichtig. Darüber hinaus ist eine ordentliche Portion an Taucherfahrung von großem Vorteil. Auf den meisten Tauchkreuzfahrten ist Tauchanfängertraining nicht möglich. An Bord gibt es genügend neue Herausforderungen, so dass man in der Lage sein sollte, grundsätzliche Tauchprobleme meistern zu können, wie zum Beispiel einwandfreies Tarieren, das Tauchen bei Strömung und an Steilwänden, an Wracks und bei Nacht.

Tauchausrüstung und Ersatzteile

Deine Tauchausrüstung sollte in perfektem, funktionsfähigem Zustand sein, ordentlich passen, und Du solltest Dich damit auskennen. Es ist leider immer möglich, dass etwas defekt ist oder wird, daher ist es besser, darauf vorbereitet zu sein. Es empfiehlt sich, Ersatzteile mitzubringen, da im Falle einer Fehlfunktion oder eines Ausfalls an Bord nichts dazugekauft werden kann – Du befindest Dich schließlich mitten auf dem Meer!

Es ist sinnvoll folgende Ersatzteile mitzuführen:

  • Masken- oder Flossenbänder
  • Ersatz-Mundstück
  • kleine Ersatzlampe
  • O-Ringe
  • Adapter DIN/INT
  • Blindstopfen HD, MD
  • Werkzeug
  • Karabinerhaken
  • Kabelbinder

Den richtigen Anzug mitbringen

Grundsätzlich hängt die Wahl des Anzuges vom Tauchziel ab. Denke daran, dass Wasser besonders während langer Tauchgänge dem Körper viel Wärmeenergie entziehen kann, selbst wenn es relativ warm ist.

Umso wichtiger ist dies, weil es auf Tauchkreuzfahren mehrere Tauchgänge am Tag gibt. Am Morgen beim ersten Tauchgang fühlt sich die Wassertemperatur vielleicht noch warm und komfortabel an, was sich jedoch über den Tag nach einigen Tauchgängen ändern wird. In seinen nassen, kalten Neoprenanzug zu steigen, wenn man sich für den Nachttauchgang fertig macht, fühlt sich einfach nicht gut an. Hilfreich kann es da sein, im Winter oder Frühjahr seinen dickeren Anzug mitzunehmen, besonders, wenn man im Roten Meer taucht.

Denke daran, dass selbst eine kleine Hautverletzung in Salzwasser sehr schlecht heilt und Nesselfäden auf der Haut schmerzhaft sind. Ein dünner Tauchanzug mit langen Armen und Beinen bietet mechanischen Schutz und schützt Dich beim Schnorcheln außerdem gegen Sonnenbrand.

Was ist mit dem Boot/der Tauchbasis?

Du möchtest sichergehen, dass das Boot und die Tauchbasis Dir einen schönen und sicheren Urlaub garantieren.

Tauchkreuzfahrt-Boote sollten daher ausgestattet sein mit:

  • optimiertem Platzangebot
  • Befestigungsmöglichkeiten für Tanks und übrige Ausrüstung
  • großer Taucherplattform am Heck

Bevor du buchst, informiere Dich genau über:

  • Name und Größe des Boots
  • Kabinenausstattung (z.B. doppelstöckige Kojen oder Einzelbetten, klimatisiert, Gemeinschaftstoilette/Dusche oder Einzeltoilette/Dusche in jeder Kabine, Platzangebot in der Kabine)
  • Süßwassertank / zusätzliche Entsalzungsanlage
  • Stunden-Stromversorgung über Generatoren, Lademöglichkeit für Blitz und Lampen, u.a.
  • Tauchflaschengröße und Material (Alu-Flaschen sind größer und schwerer und erfordern mehr Blei), Ventilanschlüsse (DIN, INT)
  • Maximale Anzahl an Tauchgängen pro Tag; Möglichkeit von Nachttauchgängen; Tauchgangbegrenzung (Dauer, Tiefe, Restdruck)
  • Platzangebot im Salon, an Deck, auf der Taucherplattform
  • Möglichkeit von begleiteten Tauchgängen auf Wunsch
  • Ist der Kompressor an Deck (Geräuschbelästigung) oder unter Deck? Kann er „schlechte Luft“ wie Abgase des Bootsmotors oder aus der Küche ansaugen? Sind Nitrox-Füllungen möglich?
  • Ist das Deck rutschfest – auch bei Nässe?
  • Ist das Boot mit Hand-Railings zum Festhalten ausgestattet?
  • Gibt es Ersatzteile oder zusätzliche Tauchausrüstung an Bord?
  • Gibt es einen Erste-Hilfe-Koffer und normobare Sauerstofftherapie an Bord und ist diese Ausrüstung wetter-, wasser- und erschütterungsfest untergebracht?
  • Ist Sicherheitsausrüstung auf dem Boot vorhanden: Rettungsinseln, Schlauchboote, Feuermelder, Feuerlöscher, Funk, Radar, GPS?

Wenn Du Antworten auf alle obigen Fragen hast und Du sicher sein kannst, dass Deine Tauchsafari-Reise gut vorbereitet ist, vergiss Deine Kamera nicht und fotografiere unvergessliche Augenblicke.

Wir hoffen, Euch damit ein paar hilfreiche Tipps an die Hand gegeben zu haben und wünschen Euch wunderschöne Taucherlebnisse, wo auch immer ihr tauchen geht.

Vorteile einer Tauchkreuzfahrt:

  • einfaches Tauchen ohne viel Schlepperei schwerer Ausrüstung
  • unberührte Tauchplätze
  • Du teilst Deine Lieblingsfreizeitaktivität mit anderen Gleichgesinnten

Herausforderungen:

  • Zusammenleben auf engstem Raum mit einer Gruppe von fremden Menschen verschiedener Nationalität mit verschiedenen Gewohnheiten und Interessen. Nicht jeder ist dafür geeignet.
  • möglicherweise längere Stürme und Unwetter
  • Wasserknappheit (informiere Dich über unsere More water, less bubbles-Kampagne)




Einige Informationen sind dem Buch „Sicherheit“ von Werner Scheyer entnommen.

Artikel herunterladen

Ähnliche Artikel

Sonderbeiträge

Fear and Loathing unter Wasser

Angst ist eine fundamentale, nützliche Emotion bei Menschen und anderen Säugetieren. Sie teilt dem Bewusstsein mit, dass Gefahr im Verzug ist. Gemeinsam mit anderen Emotionen...

16 Mai 2024
Sonderbeiträge

Schlauer tauchen: die Leihausrüstung

Stell die vor, du bist in einer fremden Stadt, mietest dir ein Auto, fährst damit auf unbekannten Straßen und gerätst in ein heftiges Unwetter. Dann...

Von DAN Staff
06 März 2024
Sonderbeiträge

In the Wildnis: Tauchen jenseits der eigenen Genzen

Weisheit: Wie war der Tauchgang? Der erste nach dem Tauchschein – das war bestimmt aufregend, oder? Leichtsinn: Oh Mann … Das Wrack und der Maschinenraum...

12 Januar 2024

Tauchen Sie in die
neuesten Geschichten ein,
bevor es andere tun.

Abonnieren Sie den
Alert Diver
Newsletter.