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Notfallhilfe von DAN Europe 2018-2012: Statistik

DAN Europe führt detaillierte Aufzeichnungen über die Notfälle, die über die 24-Stunden-Hotline und das Netzwerk von Tauchmedizinern und Spezialisten der Organisation abgewickelt werden. Wir haben uns überlegt, es könnte interessant sein, die Daten der letzten zwei Jahre mit den Daten vor der Covid-Pandemie zu vergleichen und potentielle Trends zu ermitteln.

Tauchunfälle und nicht tauchbezogene Unfälle

Wie zu erwarten war, ist die Gesamtzahl der gemeldeten Unfäll während der Lockdowns und Reisebeschränkungen der Pandemiejahre stark gesunken. Wie Tabelle 1 zeigt, wurden in den Jahren 2018 und 2019 durchschnittlich 1733 Unfälle gemeldet (1656 bzw. 1810). In den Pandemiejahren 2020 und 2021 fiel die Zahl der Unfälle um 46% auf 931 bzw. 932.

Tabelle 1: Unfälle pro Jahr nach Kategorie. Es ist zu beachten, dass manche Unfälle nach Abschluss der umfassenden Diagnose neu eingeordnet werden, wodurch sich die Zahlen leicht ändern können.

 

Abbildung zeigt die Anzahl der Fälle, in denen DAN Unterstützung geleistet hat, pro Monat über einen Zeitraum von vier Jahren. Auffällig ist der starke Abfall mit dem Einsetzen der Lockdowns im Frühjahr 2020. Wie auch in den Jahren vor der Pandemie nahm die Anzahl der Unfälle im Sommer zu und im Herbst ab, teils als Folge der normalen saisonalen Schwankungen, teils als Folge von Lockdowns und Reisebeschränkungen im Zuge von Pandemiewellen.

Abbildung 1: Unterstützungsfälle pro Monat

 

Wie Abbildung 2 zeigt ist der Anteil der Tauchunfälle an der Gesamtzahl der Fälle gestiegen, und zwar von 58% vor der Pandemie auf 67%. Dies liegt vermutlich daran, dass Taucher in den Pandemiejahren weniger gereist und ihrem Hobby hauptsächlich in der Nähe ihres Wohnorts nachgegangen sind, wodurch die Anzahl der nicht tauchbezogenen Notfälle gesunken ist.

Abbildung 2: Prozentuale Verteilung der Unterstützungsfälle

Arten von Tauchunfällen

Tabelle 2 zeigt Tauchunfälle aufgeschlüsselt nach Typen über den Zeitraum von vier Jahren. Analog zur Gesamtzahl der Unfälle sank auch die Zahl der Tauchunfälle während der zwei Pandemiejahre gegenüber den Vorjahren deutlich. Außerdem sehen wir, dass die Zahl der Unfälle von 2020 auf 2021 zugenommen hat, vermutlich weil mehr Taucher isn Wasser zurückgekehrt sind. 

Beachten Sie, dass Dekompressionskrankheit (DCI) und Verdacht auf DCI in allen vier Jahren die Mehrheit der Unfälle darstellen, gefolgt von Barotrauma und Verdacht auf Barotrauma. Die prozentualen Anteile der jeweiligen Unfallarten sind relativ gleichbleibend. Das Balkendiagramm in Abbilding 3 zeigt die prozentualen Anteile nach Typ über den Vier-Jahres-Zeitraum.

Abb. 3: % Tauchunfälle nach Typ

Ein etwas genauerer Blick auf die Daten (Abbildung 4) zeigt, dass Barotrauma der vorherrschende Typ Verletzung ist, den sich Taucher zuziehen, gefolgt von Druckverletzungen der Lunge und der Nebenhöhlen, welche beim Apnoetauchen häufig vorkommen. Tabelle 4 zeigt die prozentuale Verteilung der Typen von nicht tauchbezogenen Unfällen. In allen vier Jahren war “unerwartete Krankheit” der vorherrschende Typ Missgeschick, der Tauchern widerfahren ist.

Abb. 4

Tabelle. 4

Zu guter Letzt zeigt Abbildung 5 die prozentuale Verteilung der Unfälle nach Land. Es ist anzunehmen, dass Reisebeschränkungen und Lockdowns großen Einfluss auf diese Zahlen haben. Indonesien beispielsweise stellte 2018/2019 einen Anteil von 12%, 2020 waren es noch 9.2%, und 2021 nur 4.1%, wahrscheinlich aufgrund von Reisebeschränkungen. Sonstige Länder (ROW, Rest of World), d.h. nicht namentlich aufgeführte Länder, sind konsistent für etwa 28-33% der Gesamtzahl verantwortlich.

Abbildung 5: Länder nach %

DAN, einzigartig

Wir hoffen, dass diese Informationen für Sie interessant sind und wir Ihnen zeigen konnten, dass DAN Europe für seine Mitglieder da ist. DAN Europe ist die einzige Organisation mit einer 24-Stunden-HotIine für medizinische Notfälle und einem internationalen Netzwerk von mehr als 180 Tauchmedizinern, das Ihnen Hilfe in Ihrer Sprache leisten kann. Da DAN Europe seine Versicherungen über eine eigene Tochtergesellschaft anbietet, sind wir bei der Genehmigung der medizinisch sinnvollsten Maßnahmen nicht auf externe Versicherungsunternehmen angewiesen und können Ansprüche effizient und gemäß branchenüblichen  Gesetzen und Vorschriften anbieten.

Darüber hinaus geht ein Teil der Gelder, die DAN Europe für Versicherungsdienstleistungen einnimmt, in die tauchmedizinische Forschung. Außerdem entwickeln und bewerben wir Sicherheitskampagnen, mit Schwerpunkt auf der Verbesserung der Sicherheit und Reduzierung der Anzahl der Tauchunfälle. Gut Luft!


Der Übersetzer

Tim Blömeke ist freier Übersetzer für Wissenschaft, Technik und Recht, sowie passionierter Wrack- und Höhlentaucher. Er unterrichtet Tauchen (PADI und TDI) in Taiwan und auf den Philippinen.

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